Paulas Nachrichten

Kinder im Land des Hammels

13.10.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Kanzlerin Angela Merkel besucht Mittwoch und Donnerstag die Mongolei. Dort trifft sie die Regierung des Landes in Asien. Deutschland und die Mongolei wollen künftig enger zusammenarbeiten. Doch das ist große Politik. Mongolische Kinder beschäftigen andere Dinge . . .

Gankhulug lebt in der Hauptstadt der Mongolei, in Ulan Bator. Der Achtjährige wohnt mit seiner Mutter und seiner Oma am Rand der Stadt. Nachts schlafen alle drei in einer Jurte, einem runden Zelt.

Tagsüber geht Gankhulug zur Schule und hilft danach seiner Mutter in ihrem kleinen Laden. „Er ist der beste Schüler in der Klasse“, erzählt seine Mutter. Sie ist stolz auf ihren Sohn. Gankhulug ist das wohl ein bisschen peinlich. Er versteckt sich hinter der Ladentheke und guckt ganz bescheiden auf den Boden. Dann murmelt er: „Mathe ist mein Lieblingsfach.“ In Mathematik ist er besonders gut. Die Mama verrät auch, dass er seit Kurzem in einem Verein Judo trainiert. Sein weißer Judoanzug ist noch ganz neu. Gankhulug eifert seinem großen Vorbild nach. Er will mal so gut werden wie Tuvshinbayar, der erste mongolische Olympiasieger aller Zeiten. Als der Sportler vor etwa drei Jahren die Goldmedaille gewann, feierten die Menschen in Ulan Bator. Es gab Hupkonzerte auf den Straßen. „Es war so, als wenn Deutschland Fußballweltmeister wird“, berichtet jemand, der dabei war. Tuvshinbayar ist heute ein berühmter Mann in der Mongolei. Fast alle Kinder kennen ihn.

Narmandakh ist ein bisschen älter als Gankhulug. Das Mädchen hat die 14 schon erreicht. Sie lebt in der Kleinstadt Zuunkhara. Die liegt nördlich von Ulan Bator. Narmandakh geht in die neunte Klasse und lernt seit drei Jahren Englisch. Auf Englisch sagt sie, dass sie Vegetarierin ist. Das bedeutet, dass sie kein Fleisch, sondern nur Obst, Gemüse und Salat isst.

Dabei lieben die Mongolen eigentlich Fleisch. Sie essen Hammel-, Ziegen-, Rind- und Pferdefleisch. Gemüse kommt selten auf den Teller. Vegetarier haben es da schwer. „Ich habe mich selbst gefragt, wie ein Mongole ohne Fleisch leben kann“, gibt Narmandakh zu. Sie wollte es mal ausprobieren. Der Versuch läuft nun schon länger als ein Jahr.

Sie hat aber auch Glück. Denn ihre Mutter ist von Beruf Köchin und kann ihr beinah jeden speziellen Speisewunsch erfüllen. Ihr Vater, der zweite Vegetarier in der Familie, verkauft auf einem Markt Schuhe. Sie selbst möchte mal Anwältin werden. Dafür übt sie auch schon fleißig. Im Kinderkomitee ihrer Stadt setzt sie sich für die Rechte von Kindern ein.

Zur Inneneinrichtung einer Jurte gehören heutzutage auch Schränke und immer häufiger auch ein Fernseher. Fotos: Michael Billig

Paulas Nachrichten

Nadelbäume bleiben auch im Winter grün

Die meisten Nadelbäume bleiben das ganze Jahr über grün. Anders als die Blätter der Laubbäume fallen die meisten Nadeln im Winter nicht ab. Und das, obwohl die Bäume im Winter nur wenig Wasser aufnehmen können. Denn die Böden sind oft gefroren.

Die immergrüne Farbe hat unter anderem mit…

Weiterlesen

Weitere Nachrichten von Paula Alle Nachrichten