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„Keiner wollte was von meiner Erfindung wissen“

17.03.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Früher brauchten alle Uhren viel Pflege: Ständig musste man prüfen, ob sie noch die richtige Uhrzeit anzeigen. Wolfgang Hilberg hat das genervt. Deshalb hat der Computer-Techniker vor etwa 45 Jahren die Funkuhr erfunden.

Wie kamen Sie auf die Idee einer Funkuhr?

„Ich lag auf dem Sofa und betrachtete unsere hübsche Uhr auf dem Schrank. Da musste man ständig die Uhrzeit neu stellen. Das hat mich geärgert – und so ging es ja vielen Leuten. Millionen Menschen in Deutschland brauchten dieselbe Information: Wie viel Uhr ist es? Da wäre es sinnvoller, sich an einem Ort viel Mühe zu geben, eine irre genaue Uhr zu bauen und diese Zeit dann über das ganze Land zu verteilen.“

Was haben Sie dann gemacht?

„Das erste Modell baute ich in meinem damaligen Labor in Ulm. In eine Ecke stellte ich einen kleinen Funksender. In die andere Ecke kam als Empfänger ein umgebautes Radio, das Zahlen anzeigen konnte. Das hat prima funktioniert.“

Wurde die Funkuhr danach schnell eingeführt?

„Noch lange nicht! Zuerst wollte keiner was von meiner Erfindung wissen. Dann hörten einige Forscher von meiner Idee. Sie hatten von der Regierung den Auftrag bekommen, in ganz Deutschland eine genaue Zeit einzuführen. Also bauten sie einen Sender, der diese sogenannte gesetzliche Zeit verbreitete. Ab da ging es langsam aufwärts. Aber bis Unternehmen dann normale Funkuhren bauten, dauerte es noch viele Jahre.“

Wolfgang Hilberg erfand in den 1960er-Jahren die Funkuhr. Foto: privat

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