Schwerpunkte

Paulas Nachrichten

Keine Angst vor großen Brummern

14.06.2021 05:30, Von Silke Sullivan — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hornissen sind sehr groß und viele Menschen haben Angst vor ihnen

An manchen Orten kann man gerade Hornissen beobachten. Diese Brummer sind besonders groß, deswegen fürchten sich viele Menschen vor ihnen. Dabei sind sie eigentlich ganz friedlich!

Eine Hornisse (Vespa crabro) ist auf einem Stein in einem Garten zu sehen. Hornissen sind große Wespen.  Foto: Patrick Pleul
Eine Hornisse (Vespa crabro) ist auf einem Stein in einem Garten zu sehen. Hornissen sind große Wespen. Foto: Patrick Pleul

Es brummt. Erst leise. Dann wird das Brummen lauter. Was fliegt denn da? Eine Wespe? Wer eine Hornisse sieht, denkt das häufig zuerst. Dann merkt man aber schnell: Dafür ist das gelb-schwarze Insekt viel zu groß.

„Hornissen sind große Wespen“, erklärt der Hornissen-Experte Stephan Härtel vom Naturschutzbund Deutschland. „Sie werden etwa zwei bis dreieinhalb Zentimeter groß.“ Von Wespen unterscheiden sie sich zudem dadurch, dass sie einen rot-braunen Pelz am vorderen Körper haben.

Die Größe ist für die Insekten ein Vorteil. „Weil sie so groß sind und so laut brummen, haben sie eigentlich kaum Feinde“, sagt der Experte. Denn andere Tiere wissen bei ihrem Anblick: Die sind gefährlich.

Und nicht nur Tiere machen um die großen Wespen einen Bogen. Auch viele Menschen haben Angst, wenn sie einer Hornisse begegnen. Stephan Härtel aber gibt Entwarnung: „Man muss vor ihnen keine Angst haben. Sie sind nicht aggressiv und greifen niemals grundlos an.“ Wenn man aber zum Beispiel ihr Nest stört, dann kann es passieren.

Wer schon von einer Hornisse gestochen wurde, weiß: Der Stich ist sehr schmerzhaft. Für Menschen, die gegen Hornissenstiche allergisch sind, kann er auch gefährlich werden. In dem Fall sollte man sofort zum Arzt.

Zu dieser Jahreszeit schwirren Hornissen mancherorts durch die Gegend. „Die Hornissen-Königinnen gründen im Frühjahr ihre Nester“, sagt Stephan Härtel. Hornissen sind Höhlenbrüter. „Sie brauchen immer einen Hohlraum für ihr Nest. Das können alte Spechthöhlen sein oder Zwischenräume in aufgeschütteten Steinen, etwa auf Halden.“ Aber auch Dachböden, Rollladen-Kästen oder Vogelnistkästen kommen in Frage.

Die Eier legt die Hornissen-Königin. Ihre ersten Nachkommen versorgt sie selbst. Sie fliegt dann in der Gegend umher, um Futter zu suchen. Das sind Insekten wie Fliegen und Mücken, reifes Obst und auch tote Tiere. Später übernehmen die Hornissen-Arbeiterinnen diese Aufgabe. Und die Königin ist bis August nur noch mit Eierlegen beschäftigt.

Die großen Brummer sind besonders geschützt. „Man darf sie nicht töten, nicht fangen, ihre Nester nicht stören“, sagt Stephan Härtel. Ausnahmen gibt es aber. Wenn Hornissen nah an Menschen nisten, die allergisch sind. Oder dort, wo viele Menschen oft ein und aus gehen zum Beispiel. Dann kann ein Nest von Experten, die dafür eine Genehmigung haben, umgesiedelt werden. Hat man ein Nest in seiner Nähe, rät Stephan Härtel, die Tiere zu beobachten. „Dann merkt man, dass sie einen ignorieren. Dann baut man die Ängste ab und hat Freude zu sehen, wie sie leben, Futter bringen und miteinander kommunizieren.“ Im Gegensatz zu Wespen interessierten sie sich auch nicht dafür, was wir Menschen so auf dem Teller haben. „Sie schwirren nicht um einen herum. Das ist sehr angenehm.“

Paulas Nachrichten