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Keine Angst vor dem Feuer

27.05.2020 05:30, Von Sarah Thust — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

In Australien gibt es Vögel mit einem sehr speziellen Talent

Manche Leute nennen sie Feuervögel oder Feuerfalken. Gemeint sind verschiedenen Vogelarten in Australien. Denn sie zeigen ein besonderes Talent bei der Jagd.

Die Große Sandwüste in Australien. Im Norden von Australien ist es teilweise sehr heiß und trocken. Dort kommt es öfters zu Bränden. Foto: Xavier La Canna/AAP/dpa
Die Große Sandwüste in Australien. Im Norden von Australien ist es teilweise sehr heiß und trocken. Dort kommt es öfters zu Bränden. Foto: Xavier La Canna/AAP/dpa

DARWIN (dpa). Manche Tiere im Land Australien haben verrückte Talente. Einige sind supergiftig, andere leuchten im Dunkeln oder führen hübsche Tänze auf.

Einige Vögel haben aber möglicherweise ein sehr spezielles Talent. Man könnte sie auch Feuervögel nennen. Denn sie jagen ihre Beute mit Hilfe von Feuer. Geschichten darüber gab es schon länger. Auch Forscher hatten davon gehört und wollten mehr herausfinden. Sie sprachen deshalb mit Umweltexperten, Feuerwehrleuten und vor allem mit Ureinwohnern.

Danach schrieben die Forscher in einer Studie: „Die Greifvögel fliegen in aktive Feuer, um qualmende Stöckchen mit ihren Krallen oder Schnäbeln aufzusammeln.“ Mehrere Leute hatten zudem beobachtet, dass die Vögel dann weiterfliegen und das Stöckchen irgendwo anders fallen lassen. Fällt dann ein glühender Zweig in trockenes Gras, entsteht schnell ein Feuer.

Diesen Trick nutzen wohl nur wenige Vogelarten. Er ist für sie aber sehr nützlich: Kleine Tiere und Insekten, die sich im Gestrüpp verstecken, kriechen bei einem Feuer raus und flüchten. Die Vögel müssen dann nur noch zuschnappen. Mäuse, Insekten und kleine Kriechtiere gehören zu ihren Leibspeisen.

Glühende Stöckchen werden geklaut

Die Forscher berichteten, die Vögel würden die glühenden Stöckchen auch von kleineren Lagerfeuern von Menschen klauen. Oder sie holten es sich aus der Natur, wo aus anderen Gründen Feuer ausgebrochen war.

Denn in manchen Teilen von Australien brennt es häufiger. Die Landschaft dort nennt man Savanne. Dort wachsen Gras, Büsche und Bäume. Von November bis Februar ist es dort heiß und trocken.

Ob die Vögel die brennenden Stöckchen wirklich mit Absicht aufheben und fallen lassen, weiß aber bisher niemand sicher. Um das herauszufinden, müsste man die Vögel öfter beobachten und untersuchen, schreiben die Forscher.

Der Vogelforscher Frank Rheindt hat früher selbst in Australien Vögel beobachtet. Er hat zwar keine Vögel mit brennenden Stöckchen gesehen. Doch er konnte etwas anderes beobachten: „Brennt es irgendwo, fliegen viele verschiedene Vogelarten an die Grenze des Feuers, um sich dort den Magen vollzuschlagen. Dann sind sie für eine Weile satt. Für sie ist das wie ein Festtag.“

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