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Kein Stress in der Umkleidekabine

29.08.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Spieglein, Spieglein, an der Wand . . . Ob man in einem Kleidungsstück gut aussieht, kann ein Spiegel einem zwar nicht verraten. Doch Forscher des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institutes Berlin haben einen Spiegel entwickelt, der das Anprobieren leichter macht.

Mit ihm kann man verschiedene Farben und Muster testen, ohne sich umziehen zu müssen. Auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin stellen die Forscher ihre Erfindung vor. Was es mit dem Spiegel auf sich hat, erklärte die Projekt-Mitarbeiterin Anna Hilsmann von dpa-Nachrichten für Kinder.

nWie funktioniert der Spiegel?

Anna Hilsmann: „Der Spiegel ist eigentlich ein großer Bildschirm. Darüber ist eine Kamera montiert. Sie filmt denjenigen, der vor dem Bildschirm steht und überträgt alle seine Bewegungen. Es ist also so, als würde man tatsächlich vor einem Spiegel stehen. Unten gibt es eine Menü-Leiste, an der man die Farbe oder das Muster des Kleidungsstücks verändern kann. Wenn man zum Beispiel in einem grünen T-Shirt vor dem Bildschirm steht, kann man so ausprobieren, ob es einem auch in Lila steht. Oder man ändert das Muster auf der Brust und schaut, wie das aussieht.“

nUnd warum das Ganze?

Anna Hilsmann: „Es hat zwei Vorteile. Kunden könnten sich so ihr T- Shirt, ihre Jacke oder ihr Hemd im Geschäft selbst gestalten und der Hersteller produziert es dann auf Bestellung. Außerdem muss man sich nicht mehr ständig umziehen, wenn man Klamotten anprobiert. Das hilft zum Beispiel, wenn man ein passendes Hemd gefunden hat, das es in mehreren Farben gibt.

Welche Farbe einem am besten steht, kann man ganz einfach am Bildschirm herausfinden.“

nUnd wann wird der Spiegel in Geschäften hängen?

Anna Hilsmann: „Theoretisch würde das sofort gehen. Er ist auch gar nicht so teuer, da der Spiegel nur aus einem Computer, einem Bildschirm und einer Kamera besteht.

Das Programm müsste allerdings an den Bedarf des jeweiligen Ladens angepasst werden: Es müssten also alle die verschiedenen Kleidungsstücke, die Farben und verschiedenen Muster eingespeichert werden.“

Das Bild zeigt eine Frau in einem grünen T-Shirt vor dem „Virtual Mirror“ des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institutes aus Berlin. Grün, oder besser doch in Blau? Solche Fragen beim Anprobieren lassen sich mit dem neuen Spezialspiegel leicht klären. Vor allem muss man sich dafür gar nicht umziehen. Foto: Fraunhofer HHI

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