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Kein Fleisch für Benno

14.05.2020 05:30, Von Katharina Heimeier — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der Zwölfjährige ist Vegetarier – In der zweiten Klasse hat der Junge aus Dortmund seine Ernährung umgestellt

Würstchen, Hackbällchen oder Salami? Nicht für Benno. Der Zwölfjährige ernährt sich vegetarisch. Er erzählt, wie es dazu kam.

Vegetarier essen zwar kein Fleisch. Trotzdem haben sie durchaus seine große Auswahl bei Lebensmitteln.  Foto: Christoph Soeder
Vegetarier essen zwar kein Fleisch. Trotzdem haben sie durchaus seine große Auswahl bei Lebensmitteln. Foto: Christoph Soeder

DORTMUND. Auf Bennos Brot kommen keine Salamischeiben, keine Fleischwurst und kein Schinken. Stattdessen belegt der Zwölfjährige aus der Stadt Dortmund seine Brote mit Tomaten, Salat oder Ei. Benno ist Vegetarier. Und das schon ziemlich lange.

„Ab der zweiten Klasse habe ich ganz aufgehört, Fleisch zu essen“, sagt Benno. Mittlerweile geht er in die sechste Klasse. Schon seit dem Kindergarten isst Benno weniger Fleisch. In der Kita gab es damals nämlich mittags mal Hähnchenkeulen. „Da hatte ich ein Stück Muskel im Mund und das fand ich eklig“, sagt Benno.

Sich Gedanken über die Tiere machen

Über die Tiere hat er sich damals noch nicht so viele Gedanken gemacht. Das kam dann später dazu. Heute sagt er: „Die riesengroßen Schlachthöfe, auf denen viele Tausend Tiere am Tag geschlachtet werden, das finde ich echt schlimm.“

Wie viele Kinder sich in Deutschland so wie Benno vegetarisch ernähren, können Experten nicht genau sagen. Sie schätzen aber, dass es wenige sind. Von Bennos Freunden ist nur einer Vegetarier. „Aber das ist nicht so wichtig, das ist deren Entscheidung. Doof finde ich allerdings, wenn man zu jeder Mahlzeit Fleisch isst“, sagt Benno.

Lasagne mit Tofu statt Hackfleisch

In seiner Familie gibt es etwa bei jeder fünften Mahlzeit Fleisch. Seine kleine Schwester und seine Eltern ernähren sich nicht vegetarisch.

„Wir suchen dann nach Ersatz für mich – bei Lasagne kriege ich zum Beispiel statt Hackfleisch Tofu-Stückchen in die Soße“, sagt Benno. Oft isst die ganze Familie vegetarisch. Dann gibt es zum Beispiel Rührei, Kartoffelbrei, Salat und Gemüse.

Benno weiß, dass er gut auf seine Ernährung achten muss. Er lässt sich sogar einmal im Jahr untersuchen. Denn: „Fleisch ist ein guter Lieferant für Eisen und Zink“, sagt Ernährungsexpertin Silke Restemeyer. Diese Nährstoffe muss sich Benno woanders holen. Eisen etwa aus Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Spinat oder Feldsalat. Und Zink etwa aus Käse, Milch, Nüssen und Eiern, sagt Silke Restemeyer.

Sie geht davon aus, dass sich auch Kinder gut vegetarisch ernähren können. „Eine vegetarische Ernährung ist für Kinder nicht ungesund, wenn man weiß, worauf es ankommt“, sagt auch die Wissenschaftlerin Mathilde Kersting. Dazu gehöre, dass auch in den Schulküchen gut ausgebildete und geschickte Köche arbeiten. Sie sollten darauf achten, dass sich vegetarische Kinder nicht benachteiligt fühlen, findet Frau Kersting.

Benno sieht das genauso. Er sagt: „Ich fände es gut, wenn es in der Schule statt Beilagen anständige Alternativen für Vegetarier geben würde.“

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