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Kaugummi her, es wird geforscht!

25.08.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Fernsehen ist es immer ganz einfach. Wenn ein Kommissar wissen will, von wem ein Haar stammt, gibt er es ins Labor. Und wenig später weiß er, wer es verloren hat. „Im wirklichen Leben ist das nicht so einfach“, sagt Manfred Kayser. Er forscht im niederländischen Rotterdam. Dort bastelt er an Methoden, mit denen er Dinge über jemanden herausfinden kann, von dem er nur einen Kaugummi hat. Auch ein Pflaster, das jemand im Schwimmbad verloren hat, reicht.

„Am einfachsten kann man feststellen, ob ein Junge oder ein Mädchen den Kaugummi im Mund hatte“, sagt Kayser. Das kann er an der Spucke erkennen. Das geht nur im Labor. In der Spucke stecken Zellen mit dem Erbmaterial des Menschen. Solches Erbmaterial steckt in so gut wie jedem Körperteil – in Haaren, Knochen oder der Haut. Es ist wie eine lange Anleitung, die auch aussagt, wie Menschen aussehen. Es kann verraten, wie groß jemand ist und woher seine Vorfahren kommen.

„Mit etwas Glück können wir auch herausfinden, wenn jemand rote Haare hat“, erzählt Kayser. Braune oder blonde Haare lassen sich dagegen nur schwer bestimmen. Außerdem werden blonde Haare im Alter dunkler oder sogar grau. Und manche färben sich die Haare. „Manchmal können wir sogar die blaue Augenfarbe feststellen, zumindest in neun von zehn Fällen“, sagt der Fachmann.

Was der Wissenschaftler noch nicht sagen kann ist, wie groß jemand ist – ob der Kaugummi-Kauer also ein langer Lulatsch oder eher kleiner ist. Kayser erklärt: „Das ist sehr schwierig, denn Kinder wachsen noch und manche Erwachsene hätten viel größer sein können, wenn sie sich gesünder ernährt hätten.“ Auch wie alt jemand ist, können Forscher wie Manfred Kayser anhand der Spucke nicht feststellen.

Dafür geht etwas anderes: „Es gibt sogar ein paar Forscher, die an der Spucke oder an einem Haar den Nachnamen bestimmen können“, sagt Peter Forster aus Cambridge in Großbritannien. „In vielen Ländern bekommen Kinder den Nachnamen von ihrem Vater und der hat ihn auch von seinem Vater bekommen“, erklärt er. „Wenn wir uns das Erbmaterial anschauen, wissen wir also, wie zum Beispiel alle Männer aus der Familie Schmitz aussehen.“ Und wenn Peter Forster dann Kaugummi- Spucke untersucht, kann er das Ergebnis mit der typischen Schmitz-Spucke vergleichen. „Wenn die beiden sehr ähnlich sind, heißt der Kaugummi-Kauer wahrscheinlich Schmitz.“ Es sei denn, er hat sich inzwischen einen anderen Namen gegeben.

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