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Karl May erzählte schon als Kind Geschichten

24.03.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Kartoffeln mit Salz oder einfach nur Brot: Das gab es in der Familie von Karl May oft nur zu essen. Sein Vater war Weber und bitterarm.

Und so kämpften Karl Mays Eltern verzweifelt darum, ihre vielen Kinder satt zu bekommen. Der kleine Karl Friedrich wurde als fünftes Kind geboren, am 25. Februar 1842 in Hohenstein-Ernstthal in Sachsen. Insgesamt bekam die Familie 14 Kinder. Aber neun starben, wohl weil sie nicht richtig versorgt werden konnten. Mit dem kleinen Karl war der Vater extrem streng. Der Junge sollte viel lernen. Karl erzählte später, dass er alle möglichen Bücher abschreiben musste: „Ich saß ganze Tage und halbe Nächte lang, um mir dieses wüste, unnötige Zeug in den Kopf zu packen.“ Dagegen liebte er es als Kind, bei seiner Großmutter zu sitzen und Märchen zu hören. In einem Buch über sein Leben schrieb er später von dem Wunsch, ein Märchenerzähler zu werden – wie die Großmutter. Schon als Kind erzählte er anderen gerne Geschichten. Als Karl May älter wurde, machte er eine Ausbildung zum Lehrer. Aber bald wurde er verdächtigt, eine Uhr geklaut zu haben. May stritt das ab. Aber er wurde verurteilt und für einige Wochen ins Gefängnis gesteckt. Außerdem musste er seine Ausbildung abbrechen. Danach wurde er ein richtiger Gauner. Karl gab sich etwa als Prinz oder Polizist aus und erschlich sich auf diese Weise Geld. Er stahl auch Pferde und vieles andere. Karl May wurde erwischt und in den Knast gesteckt. Dort begann er schließlich, Ideen für Geschichten zu entwickeln. Als er wieder frei war, wurde er dann ein erfolgreicher Schriftsteller. Das Flunkern konnte er allerdings bis zum Schluss nicht ganz sein lassen. Am 30. März 1912 starb der Autor in Radebeul in Sachsen. Da war er 70 Jahre alt.

Karl May lebte vor mehr als hundert Jahren. Er erzählte in seinen Büchern vor allem Geschichten, die Helden wie Old Shatterhand in fremden Ländern erlebten. Foto: dpa

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