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Kameras in Läden, Straßen und Bahnhöfen

31.03.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Für Schauspieler in Filmen ist es völlig normal. Sie werden von Kameras gefilmt. Aber sie sind nicht die einzigen. Auch wir werden häufig gefilmt – und zwar nicht nur von Freunden oder Verwandten. Doch oft merken wir nichts davon.

Denn Kameras gibt es an vielen Orten: zum Beispiel an Bahnhöfen und Flughäfen, in Supermärkten und Kaufhäusern, in Banken oder auf der Straße. Die Kameras filmen, was an diesen Orten passiert.

Das soll Leute davon abhalten, verbotene Sachen zu machen. Ob das wirklich klappt, ist aber unklar. Gerne nutzt die Polizei solche Video-Aufzeichnungen, um Verbrechen besser aufzuklären. Die Polizei in Emden in Niedersachsen hat zum Beispiel gerade einen Mann in Verdacht. Das hat vielleicht auch mit Video-Bildern am Tatort zu tun.

„Solche Video-Aufzeichnungen können manchmal sehr hilfreich sein“, sagt eine Sprecherin der Polizei in Berlin. Denn wenn ein schlimmes Verbrechen geschieht, dann guckt die Polizei: Gibt es an dem Ort Kameras, die den Vorfall vielleicht gefilmt haben? Das können zum Beispiel Kameras einer Firma, der Stadt oder der Polizei sein. Gibt es Bilder, dann schauen Polizisten sich die genau an: Sind auf dem Film zum Zeitpunkt der Tat verdächtige Personen zu sehen? Wenn ja: Wie sehen sie aus? Was haben sie zum Beispiel an? Wie bewegen sie sich? All diese Infos kann die Polizei dann bei ihrer Fahndung nutzen – also bei der Suche nach dem Täter. In Emden hat die Polizei das Video zum Beispiel ins Internet gestellt. Diese Methode finden aber Datenschützer nicht in Ordnung. Sie sagen: Diese Informationen werden ewig im Netz bleiben – und niemals richtig gelöscht werden. Aber vielleicht ist die Person auf den Bildern unschuldig. Und trotzdem hängen ihr die Bilder im Netz lange nach.

Überwachungs-Kameras: Nicht überall erlaubt

Jeder Mensch hat in Deutschland ein ganz wichtiges Recht: das Recht, unbeobachtet zu sein. Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es aber Dinge, die wichtiger sind als dieses Recht. Das ist vor allem die Sicherheit von Menschen. Und wenn Experten der Ansicht sind: Die Menschen an einem Ort könnte man mithilfe von Videokameras besser beschützen, dann dürfen diese angebracht werden. Aber ein Gesetz muss es erlauben.

Außerdem müssen bestimmte Dinge beachtet werden. „Es müssen Hinweisschilder angebracht werden, die auf die Kameras aufmerksam machen“, erklärt der Datenschutz-Experte Michael Knaps. Auf denen steht dann zum Beispiel: Achtung, dieser Bereich wird videoüberwacht. „So kann man selber entscheiden: Will ich mich filmen lassen, oder kehre ich um, bevor ich gefilmt werde?“

Außerdem dürfen die Aufzeichnungen nicht für immer und ewig aufbewahrt werden. „Sie müssen nach einiger Zeit überschrieben und damit gelöscht werden“, sagt Michael Knaps.

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