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Junge Forscher auf hoher See

17.12.2016 00:00, Von Interview: Maria Berentzen — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Studenten kommen aus vielen verschiedenen Ländern und arbeiten gut zusammen

Wie geht es den Tieren und Pflanzen im Wasser? Wie verändert sich das Meer? Solchen spannenden Fragen sind junge Forscher aus verschiedenen Ländern nachgegangen – auf einer langen Schiffsreise.

Die jungen Leute waren wochenlang an Bord des Schiffes „Polarstern“ und forschten.  Foto: Kristine Carstens
Die jungen Leute waren wochenlang an Bord des Schiffes „Polarstern“ und forschten. Foto: Kristine Carstens

Wochenlang auf einem Schiff übers Meer fahren und Experimente machen. So eine spannende Reise haben junge Menschen aus verschiedenen Ländern gerade hinter sich. Die Studenten waren auf dem Forschungsschiff „Polarstern“ Richtung Antarktis am Südpol unterwegs. Sie nahmen zum Beispiel Wasserproben, um zu schauen, wie es Tieren und Pflanzen im Ozean geht.

Die 26-jährige Helena Zambalos, eine Teilnehmerin des Forschungsprogramms NoSoAT an Bord der „Polarstern“  Foto: Abigal Cronin
Die 26-jährige Helena Zambalos, eine Teilnehmerin des Forschungsprogramms NoSoAT an Bord der „Polarstern“ Foto: Abigal Cronin

An Bord waren 25 Teilnehmer. Einige aus Deutschland, andere aus Ländern in Afrika oder aus Südamerika. Eine von ihnen ist Helena Zambalos. Sie kommt aus Österreich, also einem Nachbarland von Deutschland. „dpa-Nachrichten für Kinder“ hat mit der 26-Jährigen während der Reise gesprochen.

Wie kann man sich den Alltag auf der „Polarstern“ vorstellen?

So sieht eine Kabine an Bord der „Polarstern“ aus.   Foto: Eva Brodte
So sieht eine Kabine an Bord der „Polarstern“ aus. Foto: Eva Brodte

„Der Tag beginnt um 7.30 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück. Danach besuchen wir Kurse bis zum Mittagessen um 11.30 Uhr. Anschließend geht es wieder an die Arbeit, zum Teil machen wir Berechnungen, Messungen im Wasser. Um 15.30 Uhr gibt es eine Pause mit Kaffee und Kuchen und zwei Stunden später ist schon das Abendessen.“

Wie sieht der Abend aus?

„Um 19.30 Uhr gibt es noch Vorträge. Danach entspannen wir uns. Wenn wir aber Messungen im Wasser machen, kann es schon einmal sechs Stunden dauern. Dann arbeiten wir so lange, bis wir fertig sind, manchmal auch nachts.“

Wie lebt man auf der „Polarstern“?

„Wir sind als Studenten in Zweier-Kabinen untergebracht. Auf dem Schiff gibt es auch einen Fitnessraum und eine Sauna, die wir benutzen dürfen. Bei schönem Wetter sitzen wir auch gerne draußen an Deck, in bequemen Liegestühlen. Es gibt eine Bibliothek und einen Computerraum zum Arbeiten.“

Woher kommt das Essen auf der „Polarstern“?

„Vor der Abreise sind Lebensmittel auf das Schiff gebracht worden. Sie lagern hier in gekühlten Räumen. Wir haben einen ausgezeichneten Koch auf dem Schiff und bekommen jeden Tag drei frisch zubereitete Mahlzeiten. Man kann auch im schiffseigenen Shop Getränke, Süßigkeiten oder Souvenirs kaufen.“

Warum machst du bei diesem Projekt mit?

„Ich wollte immer schon einmal auf einem Forschungsschiff mitarbeiten. Ich liebe das Meer. Ich habe mich in meinem Studium auf die Tiere spezialisiert, die im Meer leben und ich möchte noch mehr darüber lernen, wie man sie und das Meer untersucht. Außerdem lernen wir hier viel über das Klima. Und wie der Klimawandel weltweit unser Leben beeinflusst.“

Hast du schon etwas herausgefunden?

„Wir haben bereits einige Messungen vorgenommen. Dabei haben wir zum Beispiel Algen untersucht und gemessen, wie viel Salz und Sauerstoff im Meerwasser sind. Wir vergleichen diese Messungen im Laufe der Reise. Ein großes Ergebnis gibt es also erst ganz am Ende.“

Was ist das Schönste, was du erlebt hast?

„Ich habe durch Zufall einen Hammerhai im Wasser entdeckt. Das war das erste Mal, dass ich so ein Tier gesehen habe. Ich habe Zoologie studiert, das ist die Lehre von den Tieren. Deshalb interessieren mich Meerestiere ganz besonders.“

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