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Ismael kämpft wie ein Musketier

20.03.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Nach vorne, zurück, Ausfallschritt und – Treffer! Beim Fechten geht es nicht nur darum, im richtigen Moment anzugreifen. Fechter weichen auch ihrem Gegner aus. Dabei kommt man schön ins Schwitzen.

Ismael schaut konzentriert auf seine Füße. Die stecken in weißen Schuhen und stehen einen Schritt weit auseinander. Der rechte Fuß zeigt gerade nach vorne. Der linke steht hinten und ist zur Seite gedreht. Ismael geht leicht in die Knie. „Das ist die Grundstellung beim Fechten. So kann man sich gut nach vorne und wieder zurück- bewegen“, erklärt der Elfjährige. Ismael kennt sich aus. Seit fünf Jahren besucht er das Fecht-Training in Kaufbeuren in Bayern. Er erinnert sich noch genau, warum er den Sport mit den langen, dünnen Waffen lernen wollte. „Ich fand die Geschichten der Musketiere toll. Ich wollte auch fechten können“, sagt er. „Die Technik ist schwierig. Und am Anfang sehen die Bewegungen ziemlich plump aus. Bis man es richtig kann, muss man viel üben.“ Acht Mädchen und Jungen sind heute zum Training gekommen. Nach dem Aufwärmen und Dehnen stellen sie sich in einer Reihe auf. Dann lässt die Trainerin sie immer wieder kleine, schnelle Schritte machen. Zuerst machen sie die nach vorne, dann wieder zurück. „Bleibt immer in tiefer Stellung. Das ist die beste Möglichkeit, eurem Gegner auszuweichen“, erklärt die Trainerin. Nach den Übungen ziehen die Schüler ihre Schutz-Ausrüstung an. Denn jetzt sollen sie die Technik im Gefecht einsetzen. So wird der Kampf beim Fechten genannt. Ismael und sein Freund Matthias ziehen sich die Fecht-Masken über das Gesicht. Sie kreuzen kurz die Klingen ihrer Waffen. Danach stellen sie sich einen Schritt voneinander entfernt auf. Als die Trainerin das Kommando gibt, macht Matthias einen großen Ausfallschritt nach vorne. Gleichzeitig streckt der Neunjährige blitzschnell seine rechte Hand aus, in der er den Degen hält. Das ist seine Waffe. Ismael hat mit dem Angriff gerechnet. Er weicht schnell zurück. Gleich danach streckt er seine Waffe nach vorne und trifft Matthias mit der Spitze seines Degens am Bauch. Ein lautes Piep ertönt. Das kommt von der elektronischen Treffer-Anzeige, mit der die Jungen über ein Kabel verbunden sind. Der Punkt geht an Ismael. Die Freunde liefern sich ein spannendes Gefecht. Danach nehmen sie erschöpft ihre Masken vom Kopf. Ein paar Haare bleiben an der verschwitzten Stirn kleben. „Man schwitzt ganz schön“, sagt Ismael. „Das liegt aber auch daran, dass man beim Fechten so viel anhat.“

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