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In wilder Gegend auf Ameisenbär-Suche

04.11.2021 05:30, Von Silke Sullivan — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Lydia Möcklinghoff erforscht Tiere in einem riesigen Sumpfgebiet. Besonders angetan hat es ihr der Große Ameisenbär. Uns hat sie im Interview von ihrer Arbeit im Land Brasilien erzählt.

Dies ist ein Großer Ameisenbär. Auf dem Rücken trägt er ein Junges.  Fotos: Doclights/NDR Naturfilm
Dies ist ein Großer Ameisenbär. Auf dem Rücken trägt er ein Junges. Fotos: Doclights/NDR Naturfilm

Mitten in tropischen Wäldern leben. Mit einer Machete durch den Regenwald laufen oder vom Kanu aus Ameisenbären suchen. Was klingt wie in einem Film, ist für Lydia Möcklinghoff normal. Die Verhaltensforscherin arbeitet im Pantanal im Land Brasilien. Das ist das größte Binnenland-Feuchtgebiet der Erde. Wir haben mit ihr gesprochen.

 

Frau Möcklinghoff, wie sieht es dort in Brasilien aus?

Das Pantanal ist riesig, es ist so groß wie Großbritannien. Einmal im Jahr wird es überschwemmt, dann gibt es eine Regenzeit. Dann ist der Wasserstand bis zu sieben Meter höher als zur Trockenzeit und auf einmal überall Wasser. In der Trockenzeit ist es dagegen sehr trocken, fast wie eine Wüste stellenweise. Wenn man sich das aus der Luft anguckt, dann ist das Pantanal ein ganz enges Puzzle aus Uferwäldern, Wasser, Seen und Flüssen. Und dann gibt es trockene Gebiete, wo Wälder oder große Savannen sind.

Was genau erforschen Sie?

Meine Forschung beinhaltet zwei Teile. Ein Teil ist eine Kamera-Fallen-Studie. Kamera-Fallen sind kleine Kästchen, die lösen automatisch aus, wenn sie Körperwärme und Bewegung registrieren. Also bei jedem Tier, das vorbeigeht. Ich hänge Kamera-Fallen in den unterschiedlichen Lebensräumen auf, um zu sehen, welche Tiere wo leben. So kann ich sehen, welche Tiere zum Beispiel ein Problem bekommen, wenn Wald abgeholzt wird oder abbrennt.

Und die Ameisenbär-Forschung?

Das ist der zweite Teil meiner Forschung. Dafür fahre ich mit dem Auto raus oder reite mit dem Pferd, manchmal paddle ich mit dem Kanu und suche den Großen Ameisenbären. Finde ich einen, ist das Wichtigste, ein gutes Foto von ihm von der Seite zu machen.

Warum?

Ich habe herausgefunden, dass man Ameisenbären an ihrer Fellzeichnung unterscheiden kann. Sie haben weiße Beine, auf denen manchmal schwarze Flecken sind. Dann haben sie eine schwarze Spitze über der Schulter, die eingerahmt ist mit weißen Streifen. Die sind manchmal dicker, manchmal dünner. So kann man sie erkennen.

Warum ist das so wichtig, dass man die erkennt?

Ich kann so sehen: Wer lebt wo? Ich habe den Ameisenbären Namen gegeben, zum Beispiel Carol, Günther und Uwe. Über viele Jahre kann ich zum Beispiel sehen: Wo ist Carol unterwegs? Ist das immer in derselben Gegend? Oder ändert sich das über die Jahre? Tatsächlich haben die meisten Großen Ameisenbären recht stabile Streifgebiete. Ich kann sehen, wie alt Ameisenbären in freier Wildbahn werden. Das wusste man bisher nicht, weil man sie nicht unterscheiden konnte. Das sind wichtige Informationen, wenn man die Tiere schützen möchte.

Was sind denn die größten Herausforderungen bei Ihrer täglichen Arbeit?

Die größte Herausforderung ist, glaube ich, der Wald im Pantanal. Er ist ganz dicht und voller Dornen. Ohne Machete kommt man nicht weit. Der Wald ist auch voller Zecken. Die haben allerdings keine Krankheiten. Aber die muss man absammeln vom Körper. Und dann kann es natürlich auch gefährlich sein.

Was kann passieren?

Man muss schon sehr aufmerksam sein, wenn man durch den Wald geht. Meistens singe ich, damit alle Tiere wissen, dass ich komme. Was sehr gefährlich ist, ist, wenn man in diesem dichten Gebüsch auf ein Tier trifft, das sich erschreckt. Denn dann will sich so ein Tier schnell verteidigen, und das kann gefährlich sein. Ich musste schon auf meinem Maultier vor einer wild gewordenen Büffelherde flüchten.

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