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Immer der Nase nach

16.06.2021 05:30, Von Philipp Brandstädter — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Riechzellen der Tiere sind noch einmal empfindlicher als die des Menschen

Der Geruchssinn spielt im Tierreich eine noch größere Rolle als bei uns Menschen. Viele Tiere brauchen einen besonders guten Riecher, um Nahrung zu finden oder Partner zu wählen. Die absoluten Riech-Spezialisten leben dabei unter Wasser.

Eisbären können Robben riechen, die unter einer dicken Eisscholle schwimmen.  Foto: Kira Hofmann/dpa
Eisbären können Robben riechen, die unter einer dicken Eisscholle schwimmen. Foto: Kira Hofmann/dpa

BERLIN. Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken. Das sind unsere fünf Sinne, mit denen wir unsere Umwelt wahrnehmen. Es würde uns schon schwerfallen, auf einen Sinn zu verzichten. Aber wenn wir müssten? Wir Menschen haben uns ganz besonders auf das Sehen und Hören spezialisiert. Doch unser Geruchssinn ist ebenfalls wichtig. Er schützt uns vor Gefahren wie Feuer oder Gas. Er lässt uns schlecht gewordenes Essen erkennen.

Für viele Tiere ist der Geruchssinn noch viel wichtiger. Sie entdecken Nahrung, Partner und Feinde mit ihrer Spürnase. Und viele von ihnen verlassen sich fast ganz und gar auf sie. In Millionen von Jahren haben Tiere ganz unterschiedliche und ausgefeilte Riechorgane für ihren Geruchssinn entwickelt.

Empfindliche Sinneszellen auf den Fühlern

„Ameisen haben ihre empfindlichen Sinneszellen auf den Fühlern“, sagt Tierarzt André Schüle. „Sie haben mehrere Duftdrüsen, über die sie mit ihren Artgenossen kommunizieren.“ So heißt ein Duft etwa: Kommt her, hier ist etwas zu essen! Die Krabbler erkennen sich auch gegenseitig am Geruch. Jedes Volk hat nämlich seinen eigenen.

Säugetiere dagegen haben ihre Riechzellen in der Nase. In ihr steckt die Riech-Schleimhaut. Die ist bei uns Menschen nur etwa so groß wie eine Briefmarke. Mit der können wir zwar riechen, aber nicht besonders toll. Viele Tiere haben da einen deutlich besseren Riecher.

„Das liegt unter anderem daran, dass die Riech-Schleimhaut eine viel größere Oberfläche hat“, sagt der Tierarzt. Somit können Duftstoffe an viel mehr Sinneszellen hängen bleiben. Hunde haben durch ihre in der Schnauze aufgefaltete Schleimhaut etwa zwanzigmal mehr Riechzellen als der Mensch. Und die Sinneszellen selbst sind noch einmal empfindlicher als die des Menschen.

„So können Hunde Dinge aufspüren, die wir mit unseren Sinnen nicht erahnen“, erklärt André Schüle. Manchmal nutzen Menschen das auch. Trainierte Hunde helfen der Polizei beim Aufspüren von Stoffen oder suchen mit Rettungskräften nach Menschen in Not. Aber nicht nur die Hunde haben tolle Spürnasen. André Schüle sagt: „Forscher haben beobachtet, dass Eisbären riechen können, ob unter einer dicken Eisscholle eine Robbe schwimmt.“ Doch noch feinere Nasen haben Tiere, von denen man das vielleicht gar nicht so erwartet. „Aale und Haie zum Beispiel filtern Duftstoffe aus dem Wasser“, erklärt der Tierarzt. Bei Haien etwa funktioniert das so: Ihr Riechorgan liegt in Kapseln, die sich in Nasenkammern der Schnauze befinden. In den Kapseln sind die Geruchszellen.

Geruchsteilchen im Wasser werden erkannt

Die Nasenkammern haben jeweils eine Öffnung für aus- und einströmendes Wasser. Geruchsteilchen, die mit dem Wasser transportiert werden, werden in den Sinneszellen erkannt und ans Gehirn weitergeleitet. Solche Duftstoffe sind etwa Eiweiße von Tieren, Blut zum Beispiel. „Haie würden einen einzigen Tropfen Blut in einem Schwimmbecken aufspüren.“ Auf diese Weise entdecken Haie zielsicher ihre Beute. Selbst in der stockfinsteren Tiefe des Meeres.

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