Schwerpunkte

Paulas Nachrichten

Im Tierreich ist Zahn nicht immer gleich Zahn

25.05.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Roaarh! Wenn ein Löwe das Maul aufreißt, kann einem schummrig werden. Solche riesigen Zähne! Die Beißer sind perfekt für ihren Job gemacht: Fleisch zerreißen. Eine Kuh, die friedlich auf der Weide Gras zermalmt, hat dagegen ein völlig anderes Gebiss.

Zähne von Tieren sehen unterschiedlich aus und übernehmen auch unterschiedliche Aufgaben. Schauen wir uns doch einige typische Beispiele einmal genauer an.

Haie: Ratzfatz wird ein Zahn ersetzt

Die verschiedenen Haiarten haben Zähne, die unterschiedlich groß und unterschiedlich geformt sind – je nachdem, was die Raubtiere fressen. Haie zum Beispiel, die hauptsächlich Fische fressen, haben eher spitze Zähne. Mit denen können sie die glitschige Beute gut festhalten. Andere Zähne sind dicker und platter. Damit können die Tiere die harten Schalen von Muscheln oder Krebstieren knacken.

Die Haiarten haben aber eines gemeinsam: Sie bekommen ihr Leben lang neue Zähne. Fällt ihnen ein Zahn aus, wird er ratzfatz durch einen neuen ersetzt. Das ist aber auch dringend nötig! Denn die Zähne sind eine sehr wichtige Waffe: Die Haie verteidigen sich damit, greifen an und zerlegen ihre Beute.

Die Ersatzzähne liegen schon im Maul bereit. Die Beißer der Haie sind nämlich in mehreren Reihen angeordnet: In der vordersten Reihe stehen die Zähne, die gerade genutzt werden. Sie sind am größten. Dahinter ist eine Reihe etwas kleinerer Zähne. Wenn aus der ersten Reihe ein Zahn ausfällt, rutscht aus der zweiten Reihe einer nach. In der dritten Reihe sind die Zähne noch etwas kleiner. Sie ersetzten die Zähne der zweiten Reihe und so weiter. Zahnlücken gibt es bei Haien also nicht.

Zitronenhaie zum Beispiel wechseln ihre Zähne etwa alle acht bis zehn Tage. Wie viele Zähne und Zahnreihen ein Hai besitzt, ist ebenfalls von Art zu Art verschieden.

Krokodile fressen ohne Kauen oder Abbeißen

Krokodile und Alligatoren können nicht kauen oder abbeißen, also verschlingen sie ihre Beute häufig ganz oder reißen große Stücke ab. Je nach Art haben Krokodile und Alligatoren etwa 60 bis 70 Zähne im Maul. Fällt einer aus – macht nichts. Denn die Zähne wachsen ständig nach – ein Leben lang.

Lange und scharfe Zähne der Tiger

Sie fallen sofort auf, die riesigen Eckzähne des Tigers. Beim Bengalischen Tiger ragen sie etwa sieben bis zehn Zentimeter aus dem Kiefer heraus. Das ist etwa so lang wie der Zeigefinger eines Erwachsenen. Wenn ein Tiger seine Zähne erst einmal in ein Beutetier geschlagen hat, hat es kaum noch eine Chance zu entkommen. Das Tiger-Gebiss ist darauf ausgerichtet, auch große Beutetiere festzuhalten und zu töten.

Ihre Kiefer lassen sich nur auf und ab bewegen, nicht aber seitwärts. Der Tiger hält seine Beute also fest gepackt, mit Unterstützung der gewaltigen Kaumuskeln beißt er dann zu. Mit den vorderen Schneidezähnen und den scharfen Reißzähnen im hinteren Teil des Gebisses reißt er Stücke aus der Beute heraus.

Uiih! Bei den Zähnen kann man ein mulmiges Gefühl bekommen. Foto: Patrick Pleul

Paulas Nachrichten