Schwerpunkte

Paulas Nachrichten

Im Meer ist es zu laut

17.11.2021 05:30, Von Philipp Brandstädter — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wale, Robben, Pinguine und andere Tiere des Meeres vertrauen auf ihr Gehör. Auf diese Weise tauschen sie sich aus und finden Nahrung. Doch dabei werden die Tiere gestört. Denn wir Menschen machen immer mehr Krach unter Wasser.

Das Errichten von Windrädern im Meer erzeugt unter Wasser sehr viel Lärm (links). Das stresst die Meerestiere. Außerdem sind immer mehr Schiffe auf den Meeren unterwegs. Auch das sorgt für Lärm unter Wasser und stresst die Meerestiere. Fotos: Logan C. Kellums/US Navy/dpa(Kurt Desplenter/BELGA/dpa
Das Errichten von Windrädern im Meer erzeugt unter Wasser sehr viel Lärm (links). Das stresst die Meerestiere. Außerdem sind immer mehr Schiffe auf den Meeren unterwegs. Auch das sorgt für Lärm unter Wasser und stresst die Meerestiere. Fotos: Logan C. Kellums/US Navy/dpa(Kurt Desplenter/BELGA/dpa

Die Nachbarn haben ihre schlimme Musik laut aufgedreht. Maschinen rattern auf einer Baustelle herum. Lastwagen dröhnen auf einer Autobahn. Alle kennen solchen unerwünschten Lärm. Das kann manchmal nerven und stressen! Doch nicht nur wir Menschen leiden unter Krach. Auch die Tiere in den Ozeanen werden durch Geräusche gestört. Unter Wasser wird es sogar immer lauter.

Weil es tief unter der Wasseroberfläche stockdunkel ist, verlassen sich viele Meerestiere auf ihre Ohren. Viele von ihnen haben ein empfindliches Gehör und machen selbst Geräusche. Wale singen, Delfine quieken, Seelöwen grunzen. Selbst kleine Fische, Krebse und Schnecken geben Töne von sich. Auf diese Weise finden sich die Tiere im Wasser zurecht. Sie erkennen Hindernisse, Feinde und Artgenossen und entdecken ihre Nahrung. Aber die natürlichen Geräusche werden zunehmend von Lärm überdeckt, den Menschen verursachen.

Wir verschmutzen die Meere nicht nur mit unseren Abfällen. Wir schaden der Umwelt auch noch durch Lärm. „Die Motoren der Schiffe und die Bauarbeiten für Bohrinseln und Windkraftanlagen verursachen immer mehr Krach unter Wasser“, erklärt Cora Albrecht. Sie arbeitet in Berlin als Meeresbiologin und kennt sich gut mit dem Thema aus. „Das stört die Tierwelt in den Ozeanen ganz besonders. In der Tiefe der Meere ist das Gehör viel bedeutender als der Sehsinn“, sagt sie.

Unter Wasser breiten sich Geräusche schneller aus als in der Luft. Außerdem sind sie über weite Entfernungen zu hören. An Land werden Töne schneller von Hindernissen wie etwa Gebäuden oder Bäumen abgefangen. Im Wasser steht nicht so viel im Weg. Deshalb beeinträchtigt bereits ein einzelnes Schiff oder eine einzelne Bohrinsel das Leben vieler Meerestiere in einem großen Umkreis. „Wie sich der Krach auf die Tiere auswirkt, hängt von der Lautstärke und der Dauer der Geräusche sowie der Entfernung der Geräuschquelle ab“, sagt Cora Albrecht. Im schlimmsten Fall kann heftiger Krach unter Wasser das Gehör von Tieren in der Umgebung schädigen. Darüber hinaus bedeutet ständiger Lärm auch für Tiere Stress. „Unterwasserlärm wirkt sich stark auf die Gesundheit der Tiere aus. Das Überleben einiger Arten kann dadurch sogar gefährdet werden“, erklärt die Expertin. Naturschützerinnen und Naturschützer versuchen deshalb etwas gegen den Krach in den Meeren zu unternehmen. Schiffe sollen zum Beispiel langsamer und mit leiseren Antrieben fahren. Es soll auch mehr Schutzgebiete geben, in denen Menschen keinen Lärm machen dürfen. Außerdem wollen Forschende den Gehörsinn unterschiedlicher Tierarten genauer untersuchen.

Paulas Nachrichten

Aus Stadt und Kreis

Bleibt das Kino offen?

Anders als für die Gastronomie gilt für Kinos die 2-G-Plus-Regel. Wer einen Film sehen möchte, braucht einen negativen Corona-Test, egal ob geimpft oder genesen. Marius Lochmann, Chef der Traumpalast-Kinos, spricht im Interview über einen…

Weiterlesen

Weitere Nachrichten von Paula Alle Nachrichten