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Im Essen steckt nicht immer, was du denkst

25.11.2017, Von Silke Fokken — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Zucker, Farbe und Aroma anstatt Gemüse oder echten Früchten

Ein Himbeer-Joghurt fast ganz ohne echte Himbeeren, dafür mit rosa Farbstoff: In Lebensmitteln ist nicht immer das enthalten, was wir denken. Das zeigt ein Museum in Hamburg.

Im Deutschen Zusatzstoffmuseum in Hamburg können Besucher in einem Supermarkt-Modell testen, wie viele und welche Zusatzstoffe in Lebensmitteln stecken. Foto: Silke Fokken

Auf den ersten Blick wirkt alles wie ein normaler Supermarkt: lange Regale, in denen etwa Milch und Tütensuppen stehen. Zudem sind ein Tiefkühlfach und Einkaufskörbe zu sehen.

Wer näher hinsieht, merkt aber: Die Regale und Waren sind nicht echt. Sie sind nur auf riesigen Fotos abgebildet. An den Fotowänden hängen Schilder mit Wörtern wie Joghurt und Brot. Diese Schilder kann man abnehmen, in einen Korb legen und damit zur Kasse gehen. Fast so, als spiele man Einkaufen. Aber darum geht es nicht.

Der besondere Supermarkt ist im Museum für Zusatzstoffe in der Stadt Hamburg aufgebaut. Hier erfahren Menschen, was alles in Produkten verarbeitet ist, die sie normalerweise kaufen. Denn es geht in dem Museum um Zusatzstoffe. Das sind natürliche oder auch künstlich hergestellte Stoffe, die in Lebensmitteln stecken können. Teilweise sind sie auch umstritten.

Billiger als natürliche Zutaten

Firmen können Zusatzstoffe nutzen, wenn sie Lebensmittel produzieren. Hersteller von Lebensmitteln sagen: Die Idee dahinter ist etwa, dass die Produkte schöner aussehen, länger haltbar sind oder ihre Form, Festigkeit und Farbe behalten. Oder dass sie weniger kosten als Produkte mit natürlichen Zutaten.

Einige Firmen stellen Himbeer-Joghurt fast ganz ohne echte Himbeeren her. Die Firmen verwenden stattdessen besondere Zusatzstoffe: etwa Farbstoffe, damit er schön rosa aussieht. Der Joghurt wird dadurch oft preiswerter. Er bleibt durch Zusatzstoffe auch länger frisch.

In dem Museums-Supermarkt können Besucher testen, wie viele und welche Zusatzstoffe in Produkten sind. Dafür scannen sie die Schilder an der Kasse ein. Schon steht die Zahl auf einem Monitor.

Im Himbeer-Joghurt im Museum stecken zum Beispiel gleich mehrere Zusatzstoffe, in Natur-Joghurt keine. Wozu man das wissen sollte? „Zusatzstoffe sind nicht giftig“, sagt Christian Niemeyer. Er ist der Leiter des Museums. „Es ist aber nicht immer klar, wie sie langfristig im Körper wirken.“

Ein Beispiel: Ein Stoff kommt ins Essen, um Schimmelpilze abzutöten und es haltbarer zu machen. Dann wirkt sich das aber vielleicht auch auf winzige Bakterien aus, die im Darm des Menschen wichtige Arbeit bei der Verdauung leisten. Dazu kommt: In echten Himbeeren beispielsweise sind Vitamine, in künstlichen Zusatzstoffen dagegen nicht. Christian Niemeyer findet deshalb: „Menschen sollten darüber nachdenken, ob und wie oft sie Produkte mit Zusatzstoffen essen wollen.“ Ein Blick auf die Verpackung kann dabei helfen. Dort sind Stoffe aufgelistet.

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