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„Ich habe schon als Kind alles verfolgt“

19.08.2021 05:30, Von Rebecca Krizak — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

In der Politik wird sich bald einiges ändern. Denn die Erwachsenen wählen im September den Bundestag. Mehrere Menschen bewerben sich darum, in der neuen Regierung das Amt der Kanzlerin oder des Kanzlers zu übernehmen. Einer von ihnen ist Olaf Scholz von der Partei SPD.

Der Politiker Olaf Scholz von der Partei SPD macht Wahlkampf. Er möchte der neue Kanzler werden.  Foto: Annette Riedl/dpa
Der Politiker Olaf Scholz von der Partei SPD macht Wahlkampf. Er möchte der neue Kanzler werden. Foto: Annette Riedl/dpa

In der deutschen Regierung ist Olaf Scholz bereits. Als Minister hat er die Verantwortung für Finanzen, also das Geld. Jetzt möchte Olaf Scholz von der Partei SPD Kanzler werden, also Chef der Regierung. Wir haben mit ihm über das Klima, Umweltschutz und Schulen gesprochen.

 

Herr Scholz, vor Kurzem haben Sie die Kinder und Jugendlichen gelobt, die bei den Demonstrationen von „Fridays for Future“ dabei sind. Hätten Sie mitdemonstriert als Kind?

Auf jeden Fall. In meiner Jugend habe ich mich oft gefragt: Wie verhindern wir, dass in Deutschland noch viel mehr Atomkraftwerke gebaut werden? Das war mein Thema damals. Und das Gute ist: Jetzt geht die Zeit der Atomkraftwerke bei uns zu Ende. Im nächsten Jahr wird das letzte Atomkraftwerk in Deutschland abgeschaltet. Es hat also geklappt. Die Frage, die mich als Kind sehr bewegt hat, haben wir in der Politik jetzt hinbekommen. Übrigens dank der SPD.

Einsatz lohnt sich also?

Es lohnt sich auf jeden Fall mitzumachen. Aber man muss dann auch gucken: Wie kann das ganz konkret klappen? Man braucht eine Vorstellung davon, was man will und einen konkreten Plan, wie man es hinkriegt, dass die Welt besser wird.

Was hätten denn Sie als Kind auf Ihr Plakat für die Klima-Demo geschrieben?

Ich hätte wahrscheinlich draufgeschrieben: Macht was!

Haben Sie persönlich schon was gemacht, um klimafreundlicher zu leben?

Ich will da ehrlich sein. Ich bin jemand, der in einem geschützten, gepanzerten Auto fährt. Selbst wenn ich Fahrrad fahre, werde ich von Leuten – auch in Begleitfahrzeugen – begleitet, die mich schützen. Und ich fliege in Regierungsflugzeugen zu internationalen Terminen. Mein CO2-Fußabdruck hat also mindestens Schuhgröße 75. Auch wenn ich gerne Fahrrad fahre und regional einkaufe und koche.

CO2 ist ja ein klimaschädliches Gas. Macht Ihnen der viele Ausstoß davon ein schlechtes Gewissen? Beschäftigt Sie das ?

Ich denke viel über die Frage nach, wie wir das hinbekommen können. Es kann keine Lösung sein, Autos und Flugzeuge einfach zu verbieten. Das Wichtigste ist, dass wir unsere Industrie so organisieren, dass sie schon in ganz kurzer Zeit CO2-neutral wirtschaftet. Denn es geht um drei Dinge: den Wohlstand Deutschlands, um Millionen Arbeitsplätze und um Klima-Neutralität. Ich will die drei Dinge zusammenbringen.

Ab welchem Alter fing es eigentlich an, dass Sie sich für Politik interessiert haben?

Ich habe schon als Kind mit meinen Brüdern und Eltern viel diskutiert und alles aufmerksam verfolgt. Das erste Mal selbst engagiert habe ich mich, als ich mich zur Wahl als Schulsprecher gestellt habe. Das war, glaube ich, in der achten oder neunten Klasse. Da ging es natürlich nicht um die große Politik, aber um das, was an der Schule los war. Als ich 17 war, bin ich dann in die SPD eingetreten.

Was sind Ihre wichtigsten Ziele als Kanzler?

Die Verbindung von Klima- und Industriepolitik ist wichtig. Das entscheidet die Zukunft unseres Landes. Außerdem möchte ich, dass kein Kind in Armut aufwächst, weder in Deutschland noch anderswo. Ich will dafür sorgen, dass alle gleich gute Möglichkeiten haben, indem wir gute Bildungsangebote haben. Gute Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Deswegen wollen wir Kitas und Ganztagsangebote für Schulkinder gebührenfrei machen. Und es braucht gut ausgestattete Schulen – von den Toiletten bis hin zu guten digitalen Möglichkeiten.

Und wie stellen Sie sich diese Digitalisierung an den Schulen dann genauer vor?

Alle Schulen müssen ans Netz. Die digitale Welt gehört genauso in den Unterricht wie das Deutsch-Buch. Außerdem sollten Schülerinnen und Schüler auch nach den Corona-Beschränkungen regelmäßig die digitalen Möglichkeiten nutzen können. Es wäre ein Fehler, jetzt ausschließlich zum Unterricht ohne digitale Inhalte oder Endgeräte zurückzukehren. Es geht schließlich auch darum, gut gerüstet in die digitale Welt zu starten, die für die meisten Kinder und Jugendlichen allerspätestens nach der Schulzeit beginnt.

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