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Ich bin eine Ratte – und werde bekämpft

20.01.2018, Von Antje Müller — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ratten sind schlau und leben häufig unerkannt in der Nähe der Menschen

Sie huschen über die Straße und verschwinden blitzschnell in kleinen Spalten. Hier erzählt eine Ratte, wie sie lebt. Aber auch, warum die Tiere nicht gerade beliebt sind und bekämpft werden.

In solchen Müllbergen finden Ratten jede Menge zu essen. Foto: Peter Steffen

Ich wohne in einem Haus. Im Keller, um genau zu sein. Da ist es warm und trocken. Meist sind die anderen und ich hier ungestört. Hast du es schon erraten? Ich bin eine Ratte.

Wo Menschen leben, fühlen sich auch Ratten wohl. Foto: Bernd von Jutrczenka

Ich mag unsere Straße, weil es hier eine Menge zu essen gibt: Pizza, Burger, Pommes. Wir Ratten verhungern also auch im Winter nicht. Irgendwas Leckeres findet sich immer.

Manchmal haben wir aber auch Stress. Und zwar, wenn bestimmte Leute zu uns in den Keller kommen. Dann verstecken wir uns. Diese Menschen reden miteinander und laufen hin und her. Sie nennen sich Schädlings-Bekämpfer. Die Schädlinge, das müssen wohl wir sein. Viele Leute mögen uns Ratten nämlich nicht. Sie sagen, wir können in der Nähe von Menschen ein Problem sein – weil wir Krankheiten übertragen.

Die Schädlings-Bekämpfer stellen kleine Kisten auf den Boden und legen Blöcke in unsere Löcher, direkt vor unsere Nasen. Dann gehen sie wieder. Die Kisten und Blöcke riechen zum Beispiel nach Haferflocken. Das ist verlockend!

Aber wir dürfen sie nicht essen, denn darin ist Gift. Manchmal nagen welche von uns trotzdem daran. Dann geht es ihnen schlecht: Sie legen sich hin und stehen nicht mehr auf.

Übrigens leben nicht alle von uns in Kellern. Mein Cousin wohnt mit seiner Familie im zweiten Stock. Dort gibt es Platz hinter den Wänden. Die Familie meines Cousins versucht, den Menschen dort oben aus dem Weg zu gehen. Sie versteckt sich tagsüber. Neulich war ein Sohn meines Cousins unvorsichtig – und ist einem Menschen begegnet.

Die Schädlings-Bekämpfer

Zum Glück konnte er noch fliehen. Später kamen die Schädlings-Bekämpfer aber auch nach oben. In der Wohnung haben sie eine andere Taktik verfolgt. Sie stellten kleine Gestelle auf den Boden, zum Beispiel mit Erdnussbutter drauf. Es muss unglaublich geduftet haben! Besonders für junge Ratten ist das gefährlich. Die Kleinen sind besonders neugierig und unerfahren.

Im Tunnel

Sicherer ist es da für uns ganz unten in den Tunnel-Systemen der Stadt. Da ist es zwar kalt und nass. Aber über die Tunnel kommt man überall hin. Vor Menschen muss man sich auch nicht in Acht nehmen. Noch dazu gibt’s im Abwasser-Kanal ein super Buffet: Wir finden Essensreste, die Menschen im Klo heruntergespült haben. Besonders gern husche ich bei uns über die Straße: Wo ich lebe, sind viele Urlauber unterwegs. Sie futtern Pizza, Pommes und Burger. Manchmal liegt das Essen sogar einfach auf der Straße herum, besonders in Parks und in Mülleimern. Meine Kumpels und ich müssen nur zuschnappen und uns satt essen.

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