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Hufe trappeln durch ein Seniorenheim

10.11.2021 05:30, Von Jill Frenz — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Guck mal, ein Pony. Wie toll! Tiere können uns wunderbar aufmuntern. Das gilt für junge und alte Menschen. In einem Seniorenheim in Nordrhein-Westfalen kommen deshalb Shetlandponys zu Besuch.

Carola Weidemann und ihr Shetlandpony Jay sind häufig in Seniorenheimen unterwegs.  Foto: Jill Frenz/dpa
Carola Weidemann und ihr Shetlandpony Jay sind häufig in Seniorenheimen unterwegs. Foto: Jill Frenz/dpa

„Pferde? Die gehören doch nicht ins Haus!“ Das sagen einige ältere Menschen im Seniorenheim Haus Waldfrieden. Doch wenn dann die Shetlandponys Jay, Lion und Pumuckel ins Seniorenheim kommen, freuen sich die meisten von ihnen doch sehr.

Die Ponys gehören Carola Weidemann. Sie betreibt einen Reiterhof nur wenige Kilometer entfernt von dem Seniorenheim in Halver.

Die Stadt liegt im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Regelmäßig schnappt sie sich die Shetlandponys und stattet den älteren Frauen und Männern einen Besuch ab.

Aufmunterung für ältere und kranke Menschen

Als sie das Heim erreicht, kommen gleich zwei Frauen auf die Ponys zu und streicheln das weiche Fell. Die Tiere bleiben ruhig stehen und die Frauen lächeln. „Wollen Sie eine Runde spazieren gehen?“, fragt Carola Weidemann. Sie gibt den Frauen die Stricke der Ponys in die Hand. Vor dem Haus gehen die beiden mit den Tieren auf und ab. Stupst eines der Ponys sie mit dem Kopf an, lachen die Frauen.

Fast alle Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenheims haben die Krankheit Demenz. „Viele merken, dass sie vergesslich werden und das macht sie traurig“, sagt Danuta Wischnewski. Sie arbeitet in dem Heim und organisiert die Besuche.

Frau Wischnewski hat bemerkt: Wenn die älteren Menschen Zeit mit den Tieren verbringen, denken sie nicht mehr so an ihre Sorgen.

Einige Seniorinnen und Senioren können nicht mehr laufen. Carola Weidemann schiebt sie draußen im Rollstuhl umher und lässt ein Pony nebenherlaufen.

Andere Menschen in dem Heim können nicht mehr aus dem Bett aufstehen. Deswegen trappeln die Ponys auch in die Zimmer. Die Mini-Pferde stellen sich zum Beispiel an das Bett einer alten Frau, die dann lächelnd die Köpfe der Tiere streichelt.

Jay, Lion und Pumuckel sind Mini-Shetlandponys und bleiben sehr klein. Sie werden kaum größer als Hunde und können nicht viel Gewicht tragen. Jay und Lion sind sogar Therapie-Ponys. Sie lassen sich geduldig streicheln. Das hat ihnen Carola Weidemann beigebracht.

Auch das kleinste, erst zwei Jahre alte Pony Pumuckel wird zum Therapie-Pferd ausgebildet. Pumuckel lernt gerade etwa, sich am Strick führen zu lassen. Pumuckel ist nur 50 Zentimeter groß. Das ist kleiner als ein ausgewachsener Bernhardiner. Carola Weidemann besucht mit ihren Shetlandponys auch andere Seniorenheime oder Heime, in denen Menschen mit einer Behinderung leben. Manchmal kommt sie mit ihren Tieren auch in Kindergärten. Sie findet: Alten und kranken Menschen hilft der Kontakt mit den Ponys ganz besonders.

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