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Hilfe, ich muss zur Schule!

23.08.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Manche Kinder wollen nicht in die Schule. Schon beim Gedanken daran bekommen sie Bauchschmerzen und Schweißausbrüche. Was es mit der Schulangst auf sich hat und was man dagegen tun kann, erfährst du hier.

Vier Schulranzen stehen bei der Einschulung der Klasse 1a an der Grundschule Ferdinand-Lasalle auf einer Bank. Die Taschen sind gepackt, es geht wieder zur Schule.  Foto: Bernd Thissen
Vier Schulranzen stehen bei der Einschulung der Klasse 1a an der Grundschule Ferdinand-Lasalle auf einer Bank. Die Taschen sind gepackt, es geht wieder zur Schule. Foto: Bernd Thissen

Auf die Ferien freuen sich wohl die meisten Schulkinder. Aber wie sieht es aus, wenn die Schule wieder losgeht? Freust du dich auf das neue Schuljahr? Oder hast du keine Lust oder sogar ein mulmiges Gefühl?

Angst vor schlechten Noten oder gemeinen Mitschülern

Schulanfängerin Lise wartet mit ihrem Papa vor der Grundschule Werner Lindemann auf den Unterrichtsbeginn am ersten Schultag.  Foto: Jens Büttner
Schulanfängerin Lise wartet mit ihrem Papa vor der Grundschule Werner Lindemann auf den Unterrichtsbeginn am ersten Schultag. Foto: Jens Büttner

„Es gibt Kinder, die haben Angst vor der Schule, also vor schlechten Noten oder unfreundlichen Lehrern oder gemeinen Mitschülern. Das nennt man dann Schulangst“, sagt Eva Möhler. Sie ist Ärztin für Kinder und Jugendliche.

Prof. Dr. med. Eva Möhler, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Universitätsklinikum des Saarlandes. Eva Möhler kennt sich mit dem Thema Schulangst aus. Foto: Rüdiger Koop
Prof. Dr. med. Eva Möhler, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Universitätsklinikum des Saarlandes. Eva Möhler kennt sich mit dem Thema Schulangst aus. Foto: Rüdiger Koop

Eva Möhler kennt noch weitere Gründe für die Angst vor der Schule: „Wenn man zur Schule geht, lässt man ja die Eltern zu Hause.“ Auch diese Trennung könne zu Angst führen. Manche Kinder fühlen sich ohne Mama oder Papa nicht genug beschützt. Oder sie machen sich Sorgen, dass ihren Eltern etwas passiert, während sie in der Schule sind.

Unser Herz schlägt schneller, wir atmen schneller

„Angst ist ein Gefühl, das den Körper in einen Alarmzustand versetzt“, erklärt die Expertin. „Unser Herz schlägt schneller, wir atmen schneller und sind auch ganz unruhig und hampelig.“ Betroffene haben beim Gedanken an die Schule etwa Bauchschmerzen oder Kopfweh. Manche können auch nicht mehr gut schlafen. Sie werden ganz still oder das Gegenteil, aggressiv. „Sich verstecken und zurückziehen macht die Angst nur größer und hilft gar nicht“, sagt Frau Möhler.

Angst ist nichts Böses oder Schlimmes

Wichtig sei es, sich einzugestehen, dass man Angst hat.

„Denn Angst ist überhaupt nichts Böses oder Schlimmes, sondern ein wichtiges Signal für den Menschen, dass man auf irgendetwas aufpassen muss.“ Trotzdem kann die Angst uns belasten. Wenn sie richtig schlimm ist, solltest du unbedingt mit einem Erwachsenen darüber reden. Das können Eltern sein. Aber auch an Vertrauenslehrer oder Schulpsychologen kann man sich wenden. Auch Erfolgserlebnisse können helfen.

Erfolgserlebnisse sind dabei sehr wichtig

Dabei merkt man: Hey, ich kann das ja! Wichtig ist, dass man sich dafür Ziele setzt, die man auch erreichen kann. Ein weiterer Tipp der Expertin lautet: rausgehen, sich bewegen, Freunde treffen.

„Also rennen, tanzen, hüpfen, Ball spielen oder auch einfach nur gehen. Dabei schüttet das Gehirn Spaßhormone aus und wir können auch besser schlafen.“

Frau Möhler sagt: „Ablenkung kann sehr wirkungsvoll gegen Kummer sein.“ dpa

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