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Heuschrecken in den Sommerwiesen

27.07.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sirrrrrrrrrrrrrrrr . . . Wenn wir im Sommer an einer trockenen Wiese vorbeigehen, ist dieses hohe, schrille Geräusch meist nicht zu überhören. Judith Wienand hat genau hingeschaut, wer da am Werk ist.

Da sitzt er! Ganz langsam schleiche ich mich an, knie mich vorsichtig ins trockene Gras und warte. Der etwa zwei Zentimeter große bräunliche Grashüpfer klammert sich an einen Halm und wartet ebenfalls. So als sei auch er gespannt, was passiert. Dann fängt er an zu zirpen.

Aber das Geräusch kommt nicht aus dem Mund. Der Grashüpfer bewegt seine langen Hinterbeine schnell hin und her. Er streicht mit seinen Hinterschenkeln über die Flügel. Damit erzeugt er ein helles, rasselndes Geräusch. Aber ist das wirklich das, was ich höre, wenn ich an einer Sommerwiese vorbeilaufe?

„Es gibt viele Arten von Gesang bei Heuschrecken – wie bei Singvögeln“, sagt Insekten-Fachmann Werner Schulze. „Experten können viele Heuschreckenarten allein an ihrem Gesang unterscheiden. Grillen hören sich zum Beispiel viel schriller an.“

Ja, das stimmt! Das Zirpen der Grillen liegt wie eine zweite Tonlage über dem Rasseln der Grashüpfer. Mal kommt es von hier, mal von dort. Aber jedes Mal, wenn ich mich nähere, hört es auf. „Feldgrillen sind ganz scheu“, sagt der Experte. „Die bemerken uns, lange bevor wir sie sehen.“ Als er mir beschreibt, wie Grillen aussehen, merke ich: Ich habe noch nie eine Feldgrille gesehen. Sie soll schwarz sein, mit einem dicken Kugelkopf. Und lange schwarze Fühler soll sie haben.

Werner Schulz rät: Wer eine Feldgrille finden will, sollte zum Beispiel zuerst in trockenen, sandigen Böden nach kleinen Löchern suchen. Denn Grillen leben in selbst gebauten Höhlen. „Vor einem solchen Loch zu warten, erhöht die Chance, eine Grille zu sehen. Man braucht allerdings Geduld.“

Das dauert mir dann doch zu lange. Anstatt vor einem Erdloch zu kauern, lege ich mich lieber noch ein bisschen ins Gras und lausche dem Rasseln und Sirren. Und begnüge mich mit den Grashüpfern, die ab und zu neugierig auf mich draufspringen.

Das Foto zeigt ein Exemplar von „Roesels Beißschrecke“. Foto: Judith Pulg

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