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Herr Mendel löste Rätsel mit Erbsen

16.07.2022 05:30, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Seine Spezialität waren Erbsen. Die züchtete der Mönch Gregor Mendel jahrelang und machte dabei eine enorm wichtige Entdeckung: Er fand heraus, wie Pflanzen ihre Eigenschaften vererben. Fachleute feiern jetzt den 200. Geburtstag des Forschers. Foto: picture alliance/dpa

Gregor Mendel hatte alles, was ein guter Wissenschaftler braucht. Er war genau, geduldig und ausdauernd. Aber das Wichtigste: Er erkannte, was seine Beobachtungen bedeuteten.

Eigentlich war Gregor Mendel Mönch, also ein Mann der Kirche. Er lebte in einem Kloster, und dort im Garten züchtete er Pflanzen. Genauer gesagt waren es normale Gartenerbsen. Gleich Tausende davon ließ er wachsen und das über viele Jahre.

So fand Gregor Mendel heraus, wie Pflanzen bestimmte Eigenschaften an ihre Nachkommen vererben. Mit seinen Versuchen wurde er zu einem der wichtigsten Naturforscher der Geschichte. Obwohl Gregor Mendel schon vor 200 Jahren geboren wurde, arbeiten Forschende noch heute auf den Grundlagen seiner Entdeckungen: dann ist oft von Genetik die Rede.

Der Pflanzenforscher Wolfgang Schuchert erklärt: „So einen Begriff wie Gen oder DNA gab es damals ja noch gar nicht. Es gab auch keine Vorstellung davon. Daher war das schon eine wahnsinnige Leistung.“

Die Gartenerbse, mit der Gregor Mendel experimentierte, eignete sich aus mehreren Gründen sehr gut für die Gen-Versuche: Sie ließ sich leicht anbauen und hatte viele Nachkommen. Außerdem konnte man ihre Merkmale leicht beobachten. Solche Merkmale sind zum Beispiel die Farbe der Blüten sowie die Form der Samen. „Mendel wollte herausfinden, wie Pflanzen verschiedene Eigenschaften weitergeben, wenn man sie miteinander kreuzt“, sagt Wolfgang Schuchert.

Dazu musste Gregor Mendel jede Pflanze einzeln bestäuben. Er entfernte zunächst die Staubblätter der Blüten. So verhinderte er, dass sich die Pflanzen selbst bestäuben. Dann trug er vorsichtig mit einem Pinsel die Pollen einer anderen Pflanze auf. Auf diese Weise konnte er gezielt zwei Pflanzen miteinander kreuzen.

Dabei fand er heraus, dass bestimmte Merkmale nach bestimmten Regeln vererbt werden. Zum Beispiel kreuzte er eine Pflanze mit lila Blüten mit einer, die weiße Blüten hatte.

Das Ergebnis: Alle Nachkommen hatten lila Blüten. Kreuzte er dann diese Nachkommen miteinander, fiel das Ergebnis anders aus. Drei von vier Pflanzen trugen nach wie vor lila Blüten, eine von vier hatte aber wieder weiße Blüten.

Seine Erkenntnis: Für jedes Merkmal muss es zwei Vererbungsteile geben. Ein Teil kommt vom Vater, der andere von der Mutter. Manche Teile sind gegenüber anderen dominant. Das bedeutet, sie setzen sich durch. Man kann auch sagen, Lila sticht Weiß aus. Treffen aber zwei Teile für Weiß aufeinander, ist die Blüte weiß.

Seine Erkenntnisse fasste Gregor Mendel in drei Regeln zusammen. Anfangs interessierte sich niemand dafür. Das änderte sich erst Jahre später, als der Forscher schon gestorben war.

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