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Hausarrest für Sternenforscher: Galileis Leben

04.04.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hausarrest ist eine fiese Strafe. Keine Freunde, nicht draußen spielen dürfen – Langeweile. Schon ein Tag wird so unendlich lang. Doch vor rund 400 Jahren durfte ein Forscher für viele Jahre sein Haus kaum verlassen. Diese Strafe bekam der Mann namens Galileo Galilei (gesprochen: Galilee), weil er Dinge herausgefunden hatte, die damals noch zu modern waren.

Doch von vorn: Galilei wurde im Jahr 1564 in Pisa in Italien geboren. Er wollte eigentlich Arzt werden. Aber er war auch ein Rechen-Genie – und begeistert von den Sternen. Doch die konnte er anfangs nur mit bloßem Auge beobachten. Aber als ein paar Optiker in den Niederlanden dann ein Fernrohr entwickelten, baute Galileo es nach. Es soll aus weißem Blech gewesen sein, etwa so lang wie ein Kinderarm und außen mit rotem Stoff bezogen.

Dieses Gerät richtete er vor 400 Jahren gen Himmel, im Jahr 1609. Damit war er einer der ersten Menschen, die ein Fernrohr benutzten. Und was er damit alles entdeckte! Galilei sah auf dem Mond Täler und Bergspitzen. Er fand die vier größten Monde des Planeten Jupiter, sah Sonnenflecken und fand heraus, dass die Milchstraße aus unendlich vielen Sternen besteht.

Und Galilei sah eigentümliche Gebilde am Saturn: Er zeichnete sie als eine Art von Ohren an dem Planeten. Erst später stellte sich heraus, dass er die Ringe des Planeten gesehen hatte. Um das zu erkennen, war sein Fernrohr aber noch nicht gut genug.

Galileis Betrachtungen haben ihn berühmt gemacht. Sie brachten ihm aber auch großen Ärger ein. Er war sich nämlich sicher, dass die Erde sich um die Sonne dreht. Doch damit war die Kirche damals gar nicht einverstanden. Für sie galt die Erde als Zentrum, als Mittelpunkt, um den sich alles dreht. Doch Galilei blieb bei seiner Meinung. Er schrieb sogar ein Buch darüber. Dafür kam er vor Gericht.

Dort zwang die Katholische Kirche ihn, zu sagen, dass seine Ansichten falsch seien. Galilei machte das – aber nur zum Schein, damit die Kirchenleute ihn nicht zum Tode verurteilten. So blieb ihm auch das Gefängnis erspart. Aber der Sternenforscher bekam Hausarrest.

Fast zehn Jahre musste er auf seinem Landgut in Italien verbringen. Er durfte kaum raus. Galilei schrieb deshalb viele Briefe an seine Freunde, seine drei erwachsenen Kinder und an andere Wissenschaftler. Er starb am 8. Januar 1642 im Alter von 77 Jahren. Erst 350 Jahre später sprach der Papst ihn nachträglich frei.

Der italienische Mathematiker, Philosoph und Physiker Galileo Galilei

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