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„Hast du Lust, dass wir ein Team werden?“

19.11.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Auch Kinder sollen sich im Moment möglichst nicht mehr treffen

Die Regierung hat eine große Bitte: Alle sollen erst mal kaum noch Freunde und Verwandte treffen, damit sich das Coronavirus weniger schnell ausbreitet. Auch für Kinder gab es einen Vorschlag.

Hand in Hand tanzen Kinder und Erzieherinnen in der Turnhalle einer Kita. Sich nur einen besten Freund auszusuchen, ist keine leichte Entscheidung.  Foto: Christian Charisius
Hand in Hand tanzen Kinder und Erzieherinnen in der Turnhalle einer Kita. Sich nur einen besten Freund auszusuchen, ist keine leichte Entscheidung. Foto: Christian Charisius

(dpa) Wen soll man jetzt bloß fragen: Ina, Paul oder doch lieber Marie? Die Entscheidung fällt echt schwer! Schließlich geht es um mehr als eine Verabredung zum Spielen. Es geht darum, sich einen besten Freund oder eine beste Freundin für die nächsten Wochen auszusuchen! Nur noch mit dieser Person soll man sich dann treffen.

Diesen Vorschlag hatten Politiker der Regierung gemacht. Der Grund dafür ist: Auch Kinder sollen mithelfen, dass sich das Coronavirus nicht weiter so schnell ausbreitet, wie es jetzt gerade passiert. Dafür sollen sie, ähnlich wie die Erwachsenen, nur noch sehr wenig Kontakte haben. Denn sonst könnten sich bald noch mehr Leute anstecken und richtig krank werden. Das befürchten Politiker und etwa auch Ärzte.

Die Expertin Ulrike Scheuermann hat Tipps, wie es klappen kann, wenn der Vorschlag zur Regel werden sollte. „Der beste Rat ist da: so schnell und so aktiv wie möglich selber in Aktion treten. Also nicht zu lange abwarten, bis sich vielleicht jemand bei einem meldet.“ Das heißt, sofort anrufen oder eine Nachricht schreiben: „Hey, hast du Lust, dass wir ein Team werden?“

Wenn einem das nicht so leicht fällt, können auch die Eltern helfen, meint die Expertin. Mit ihnen kann man gemeinsam überlegen: Wer von den Freunden würde jetzt am besten passen? Gut wäre auch, sich gleich eine zweite Möglichkeit auszudenken, wenn der erste Freund nicht kann.

Und was passiert, wenn sich niemand bei einem meldet? „Da kann schnell das Gefühl aufkommen, sich ausgeschlossen zu fühlen“, meint Frau Scheuermann. „Das ist ein bisschen wie beim Sport, wenn so die Teams ausgewählt werden und man bleibt übrig.“ Dagegen hilft eben, sich selbst zu kümmern.

Eine Anfrage ablehnen geht natürlich auch, sagt die Expertin. „Dann kann man einfach sagen: Tut mir leid, ich bin schon vergeben.“

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