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Häuser auf Stelzen

01.10.2020 05:30, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Pfahlbauten boten Schutz vor wilden Tieren, Feinden und einer ständig wechselnden Höhe des Wasserspiegels

Vor mehreren Tausend Jahren bauten die Menschen besondere Häuser: Sie stellten sie auf lange Holzpfähle und bauten sie so zum Beispiel mitten in einen See. Am Bodensee kann man sich solche Häuser anschauen. Die Entdeckung dieser Pfahlbauten war eine Sensation.

Auf den ersten Blick kann man sie meist gar nicht erkennen. Sie verstecken sich tief im Moor, im Torf oder im Sumpf. Für andere muss man sogar mehrere Meter tief zum Seeboden hinabtauchen.

Unteruhldingen, Baden-Württemberg: Das Pfahlbaumuseum liegt am Ortsrand im Bodensee (Aufnahme mit Drohne). In diesem Museum kann man sich anschauen, wie die Häuser damals wohl ausgesehen haben.  Foto: Felix Kästle/dpa
Unteruhldingen, Baden-Württemberg: Das Pfahlbaumuseum liegt am Ortsrand im Bodensee (Aufnahme mit Drohne). In diesem Museum kann man sich anschauen, wie die Häuser damals wohl ausgesehen haben. Foto: Felix Kästle/dpa

Was es dort zu entdecken gibt? Geheimnisvolle dunkle Holzstämme, die aus dem Schlamm ragen. Doch das sind nicht einfach irgendwelche Holzpfähle. Sie sind zum Teil über 6000 Jahre alt, Fachleute nennen sie prähistorisch. Die Holzpfähle sind die Überreste uralter Wohngebäude.

Die Häuser waren über Stege und Brücken verbunden

Im Bodensee, ganz im Süden Deutschlands, kann man solche uralten Holzpfähle zum Beispiel entdecken. Dort gibt es auch ein Museum.

Es zeigt, wie die Gebäude einmal ausgesehen haben könnten: kleinere und größere Hütten, die auf dicken Holzpfählen im Wasser stehen und über Brücken und Stege miteinander verbunden sind. Wer ans Ufer wollte, musste wohl meist mit einem Einbaum-Boot dorthin paddeln. Die ersten Überreste der Bauten wurden vor rund 170 Jahren entdeckt.

Das war damals eine große Sensation. „Es war klar, dass es die Wohnüberreste früherer Menschen sein müssen. Doch man wusste nicht, von welchen Menschen“, erzählt Gunter Schöbel. Er leitet das Pfahlbau-Museum in Unteruhldingen am Bodensee. Man rätselte damals, ob es vielleicht Überreste der Römer sein könnten oder vielleicht von den Kelten. Dann fand man aber unter anderem Pfeilspitzen, Werkzeug und sogar Reste von Kleidung.

Im Seeboden war das alles super erhalten geblieben. „Das war wie eine Zeitkapsel. Und da wurde klar, dass die Überreste aus einer viel früheren Zeit stammen müssen“, erzählt der Fachmann.

Doch warum bauten die Menschen vor vielen Tausend Jahren ihre Häuser denn überhaupt draußen auf dem Wasser? Vermutlich wollten sie sich schützen, zum Beispiel vor Feinden oder auch wilden Tieren. Aber sie schützen sich wohl auf diese Weise auch vor dem Wasser selbst.

Denn in einem See ist mal viel Wasser, mal weniger. So kam es, dass die Häuser zeitweise direkt im Wasser standen und zeitweise im Trockenen. Hätten die Menschen sie stattdessen am Ufer gebaut, wären sie bei Hochwasser vielleicht überflutet worden.

Vor etwa 2800 Jahren stieg der Wasserspiegel stark an

Doch irgendwann hörten die Menschen damit auf, Pfahlbauten zu errichten. Das hatte wohl mit dem Klima zu tun, erklärt der Fachmann.

Vermutlich ist vor rund 2800 Jahren der Wasserspiegel im Bodensee dramatisch gestiegen.

Man vermutet, dass die Häuser damals trotz ihrer Bauweise bis zu zwei Meter hoch überflutet wurden. Das war das Ende der Pfahlbauten.

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