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Häkelnde Männer

28.12.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Häkeln? Das ist doch was für Frauen. Aber ja wohl nichts für coole Männer – oder doch? Na klar! Dieser Meinung sind jedenfalls fünf Typen: Sie heißen Didi, Tobi, Sebi, Micha und Julian. Sie alle haben Sport studiert. Und sie häkeln Mützen. Die verkaufen sie sogar im Internet.

Angefangen hat alles mit Didi. Er hatte neben dem Studium in einem Dorf im Allgäu als Snowboard-Lehrer gearbeitet. „Da waren die Abende säuisch lang. Außerdem hat mir die passende Mütze gefehlt“, erzählt er. Also häkelte er drauflos. Das klappte zuerst nicht so gut. Aber dann gab ihm eine Tante Nachhilfe. Und danach häkelte Didi seine erste eigene Mütze.

Als später ein paar Freunde vorbeikamen, seien sie neidisch auf die Mütze gewesen, erzählt er. „Die wollten sofort, dass ich ihnen auch eine häkle.“ Doch Didi hatte eine bessere Idee. In der Stadt Tübingen veranstaltete er einen Häkel-Kurs. Zuerst machten 15 Leute mit. Am Ende blieben fünf Männer übrig: neben Didi noch Tobi, Sebi, Micha und Julian.

Viele Leute finden häkelnde Männer aber erst mal komisch, sagt Didi. „Die erste Reaktion ist immer die gleiche: ,Wie peinlich ist das denn?‘“ Aber dann komme oft: „Macht ihr mir auch eine?“ Also eine Mütze.

Mit dem Studium sind die fünf inzwischen fertig. Weil sie jetzt arbeiten, ist auch die Zeit fürs Häkeln knapper geworden. Deswegen bekommen sie mittlerweile beim Häkeln Unterstützung von mehreren Hausfrauen. Trotzdem hören die Männer aber nicht auf. „Das liegt einem einfach im Blut: Wenn man vorm Fernseher sitzt, dann nimmt man automatisch die Häkelnadeln in die Hand“, erzählt Didi. „Das ist schließlich unsere Leidenschaft.“

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