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Habiba aus Somalia und die Flucht vor dem Hunger

06.07.2022 05:30, Von Eva Krafczyk — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die meisten Kinder freuen sich, wenn die Sonne scheint. Habiba aus Somalia dagegen wäre glücklich über Regen. Denn der fehlt in ihrem Land in Afrika schon viel zu lange. Seit auf den Feldern nichts mehr wächst, gehört Hunger zum Alltag.

Das Mädchen Habiba (links) lebt mit ihrer Familie in einem Flüchtlingslager in Somalia. Habiba würde gerne wieder in ihr Dorf zurück.  Foto: Eva-Maria Krafczyk
Das Mädchen Habiba (links) lebt mit ihrer Familie in einem Flüchtlingslager in Somalia. Habiba würde gerne wieder in ihr Dorf zurück. Foto: Eva-Maria Krafczyk

Habiba ist zwölf Jahre alt und lebt in dem Land Somalia in Ostafrika. Früher wohnte sie mit ihren Eltern und den acht Geschwistern in einem Dorf. Dort pflanzte die Familie Mais und anderes Getreide auf ihren Feldern. Sie hatten Ziegen und Schafe, ein paar Kühe.

Habiba ist das älteste Mädchen der Familie und musste viel mithelfen: im Haushalt, bei der Arbeit und bei der Versorgung der kleinen Geschwister. „Ich bin aber auch in eine Madrasa gegangen, um Lesen und Schreiben und den Koran zu lernen“, erzählt sie. Eine Madrasa ist eine religiöse Schule.

Doch als der Regen ausblieb, änderte sich alles. Somalia liegt am Horn von Afrika. Das ist der Zipfel, der wie ein Horn nach Osten aus dem Kontinent herausragt. Hier liegen etwa die Länder Somalia und Äthiopien und Kenia. Es ist dort meist warm und trocken. Doch zweimal im Jahr ist Regenzeit – jedenfalls, wenn alles normal ist. Dann können die Bauern ihre Felder bestellen und die Pflanzen bekommen genug Wasser zum Wachsen.

Seit zwei Jahren ist aber nichts mehr normal. Vier Regenzeiten sind ausgeblieben. Der Mais, den Habibas Vater Ali Nur pflanzte, ist verdorrt. Je länger die Dürre dauerte, desto schwieriger wurde das Leben für die Familie. Es gab nicht mehr genug zu essen. Hunger gehörte zum Alltag.

Mit Glück gab es eine Mahlzeit am Tag, etwa Getreidebrei oder Milch. Immer öfter gab es gar nichts. Kühe und Schafe starben nach und nach, weil sie keine Nahrung mehr fanden. Habiba konnte nicht mehr zur Schule gehen. Sie war zuständig dafür, Wasser zu holen.

In Habibas Heimat heißt das nicht, in den Laden um die Ecke zu gehen. Jeden Morgen lief sie mit einem leeren Kanister eine Stunde lang zum nächsten Brunnen, der noch nicht versiegt war. „Es ist sehr harte Arbeit, den schweren Kanister zurückzutragen“, erzählt Habiba. „Vor allem, weil ich schon hungrig losgegangen bin.“

Als auch in diesem Brunnen kein Wasser mehr war, hatte die Familie keine Wahl: Sie musste ihr Dorf verlassen. Vater Ali sah, dass vor allem die jüngsten Kinder immer schwächer wurden, ihre Arme und Beine immer dünner. Er hatte Angst, dass sie schon bald nicht mehr die Kraft für den weiten Weg haben würden.

Vier Tage lang war die Familie zu Fuß unterwegs in die Stadt Baidoa. Hier leben sie nun in einem Lager für Geflüchtete. Das neue Zuhause ist eine zeltartige Hütte mit einem Gerüst aus Zweigen. Es ist ein großer Unterschied zu dem Leben auf dem Dorf. Aber es gibt sauberes Wasser, das von einer Hilfsorganisation verteilt wird.

Inzwischen leben hier hunderte Familien dicht an dicht. Während die Eltern Arbeit suchen, passen größere Kinder wie Habiba auf die Kleineren auf oder müssen arbeiten. „Ich würde gerne wieder nach Hause auf unser Dorf gehen“, sagt Habiba. „Aber ohne Regen, ohne Vieh und ohne Getreide haben wir dort kein Leben mehr.“

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