Schwerpunkte

Paulas Nachrichten

Gut überlegen vor dem Angriff

12.01.2021 05:30, Von Louisa Grübler — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Beim Fechten ist viel Konzentration erforderlich

Den Gegner beobachten und im richtigen Moment angreifen: Darum geht es beim Fechten. Felicitas Grollmisch gehört zu den besten jungen Fechterinnen in Deutschland. Für ihren großen Traum trainiert sie fast jeden Tag.

Europameisterschaft, Degen Mannschaft, Damen, Viertelfinale, Deutschland – Frankreich. Frankreichs Auriane Mallo (l.) trifft Deutschlands Ricarda Multerer. Bei einer Europameisterschaft würde Felicitas Grollmisch auch gerne mal antreten.  Foto: Marius Becke
Europameisterschaft, Degen Mannschaft, Damen, Viertelfinale, Deutschland – Frankreich. Frankreichs Auriane Mallo (l.) trifft Deutschlands Ricarda Multerer. Bei einer Europameisterschaft würde Felicitas Grollmisch auch gerne mal antreten. Foto: Marius Becke

Früher war Felicitas Grollmisch beim Fechten nur Zuschauerin. „Meine Schwester hat mit dem Fechten angefangen. Ich war immer auf ihre Medaillen neidisch. Deswegen wollte ich das auch mal ausprobieren und es hat mir Spaß gemacht“, erzählt sie mit einem Lächeln. Vor zehn Jahren hat sie die Sportart Fechten für sich entdeckt. Heute ist sie 18 Jahre alt und gewinnt selbst Medaillen.

Felicitas Grollmischs großer Traum ist es, irgendwann mal bei einer Europameisterschaft oder Weltmeisterschaft dabei zu sein. Dafür muss sie üben, üben, üben. Immerhin gehört sie bei den jungen Fechterinnen schon zu den besten in Deutschland.

Felicitas Grollmisch geht auf eine Sportschule in der Stadt Leipzig im Bundesland Sachsen. Neben dem normalen Schulunterricht trainiert sie fast den ganzen Tag. Ihre Hausaufgaben mache sie meistens in der Sporthalle, erzählt Felicitas Grollmisch. Am Wochenende hat sie dann Zeit für sich und spielt Klavier oder schaut Serien.

Es sei denn, sie tritt bei einem Wettkampf an. Wegen der Corona-Krise fällt gerade allerdings auch beim Fechten vieles aus. Im Dezember wurde zum Beispiel ein Wettbewerb in den Februar verschoben. Kurz vorher stand Felicitas Grollmisch noch bei einem Turnier auf der Fechtbahn.

Auf diesen Bahnen stehen sich immer zwei Fechter oder Fechterinnen gegenüber. In der Hand halten sie eine lange, schmale Waffe, zum Beispiel einen Degen. Damit versuchen sie sich mit schnellen Bewegungen zu treffen. Damit ihnen nichts passiert, tragen sie weiße Anzüge, Handschuhe und Schutzmasken. Die sehen fast so aus wie ein Küchensieb vor dem Gesicht.

Die Sportler und Sportlerinnen laufen auf der Bahn hin und her, manchmal halten sie kurz inne. Trotzdem ist Fechten eine sehr anstrengende Sportart. Man muss sich dauernd konzentrieren, den Gegner beobachten und jeden Angriff gut überlegen.

Ein direkter Angriff ist nicht immer sinnvoll. Denn beim Degen-Fechten darf man den gesamten Körper treffen, um einen Punkt zu bekommen. Das heißt: Auch der Gegner kann einen leichter treffen. Man muss also gut aufpassen. Nach ihrem Gefecht ist Felicitas Grollmisch ganz außer Atem. „Man kämpft bis zum Schluss“, sagt sie.

Am Ende des Turniers belegt Felicitas Grollmisch den dritten Platz. „Jetzt freue ich mich erst mal auf eine Dusche“, sagt sie und grinst glücklich und zufrieden.

Paulas Nachrichten