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Gummibärchen, Glitzer und eine Kuschel-Katze

02.11.2020 05:30, Von Rebecca Krizak — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Kindern in ärmeren Ländern kann man mit der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ eine große Freude machen

Als Kind hat Ani Mxitaryan ein besonderes Päckchen bekommen: einen Schuhkarton voller Weihnachtsgeschenke. Den Karton hatten Leute in Deutschland gepackt, um ihr und anderen Kindern eine Freude zu machen. Was dahintersteckt, erfährst du hier.

Solche Geschenke bekommen jedes Jahr Kinder in aller Welt.  Foto: Lisa Ducret
Solche Geschenke bekommen jedes Jahr Kinder in aller Welt. Foto: Lisa Ducret

BERLIN. Spielsachen, Süßigkeiten, Kleidung: Mit diesen Dingen wollen Menschen Kindern in ärmeren Ländern eine Freude machen. Sie packen die Geschenke in Schuhkartons und geben sie bei der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ ab.

Die Macher der Aktion verteilen die Kartons überall auf der Welt an Kinder. Ani Mxitaryan aus dem Land Armenien war eines dieser Kinder. Heute ist Ani 23 Jahre alt und lebt in Deutschland. Für uns erinnert sie sich an ihren Schuhkarton und berichtet im Interview darüber, wie das damals mit den Päckchen für sie war.

Ani, du warst zwölf Jahre alt, als du einen der Schuhkartons bekamst. Erinnerst du dich noch gut?

Ich lebe in Deutschland gerade bei einer Gastfamilie. Meine Gastmutter arbeitet bei der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ mit. Als ich das Logo der Aktion gesehen habe, kam die Erinnerung zurück. Es ist eine sehr, sehr schöne Erinnerung.

Erzähl mal, wie das damals ablief!

In meinem Dorf haben damals alle Kinder so ein Päckchen bekommen. Auch meine Geschwister haben eins bekommen. Aber meins war das schwerste. Das fand ich toll. Die Verteilung der Kartons fand in der Schule statt. Wir sollten die Päckchen aber erst zu Hause öffnen, deswegen sind wir dorthin gerannt.

Was war in deinem Päckchen drin?

Eine schwarze Kuschel-Katze. Die hatte einen Reißverschluss, und in der Katze waren Glitzer-Haargummis. Außerdem waren Süßigkeiten wie Gummibärchen in dem Karton. Die gab es bei uns nicht. Und auch Buntstifte, eine Zahnbürste und Zahnpasta waren darin.

Wenn jemand heute einen Schuhkarton für andere füllen möchte, was sollte er hineinpacken?

Zahnpasta und Zahnbürste, weil das einfach wichtig ist. Aber auch Süßigkeiten und vielleicht ein Malbuch. Wichtig fand ich damals auch das Foto derjenigen, die den Karton gepackt haben. In meinem Schuhkarton war das Foto eines Mädchens mit Zahnspange. Bei anderen stand eine Familie vor einem bunten Haus. Die Bilder fanden wir damals spannend, weil wir uns so vorstellen konnten, wie Kinder ganz woanders auf der Welt leben. Meine Schwester hat heute noch die Postkarte, die damals in ihrem Karton war.

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