Paulas Nachrichten

„Groundhopper“ tingeln von Stadion zu Stadion

31.05.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

In einem Fußballstadion fühlen sie sich so wohl wie im eigenen Wohnzimmer. Und sie verbringen dort manchmal noch mehr Zeit als zu Hause auf dem Sofa. Denn diese Leute haben ein besonderes Hobby: Sie reisen von Fußballspiel zu Fußballspiel, um so viele Stadien wie möglich zu besuchen. „Groundhopper“ nennt man solche Fans. Das ist Englisch und bedeutet in diesem Fall so viel wie „Stadionhüpfer“.

Stefan Roggenthin ist so ein Groundhopper. Der 29-Jährige aus Magdeburg in Sachsen-Anhalt hat schon mehr als 600 Eintrittskarten zusammen aus rund 30 Ländern. Im Stadion Camp Nou in Spanien war er schon, im Giuseppe-Meazza-Stadion in Italien und im berühmten Wembley-Stadion in London.

Zum allerersten Mal saß er mit sieben Jahren in einer Fußballarena – und fand’s toll. Seine Begeisterung war so groß, dass er immer wieder zu Spielen ging – und wieder und wieder . . . „Irgendwann wird es langweilig, du kennst alle Stadien der 1. und 2. Bundesliga. Dann siehst du im Fernsehen die europäischen Stadien und denkst dir: Da möchte ich auch mal hin“, erzählt er. So wurde Stefan Roggenthin zum Groundhopper.

Seine wichtigste Trophäe ist die Eintrittskarte. Ohne sie wird der Stadionbesuch von anderen Groundhoppern nicht anerkannt. In Nicaragua in Mittelamerika wurde Stefan Roggenthin einmal am Eingang das Ticket weggenommen. Das ist dort üblich, damit die Veranstalter zählen können, wie viele Zuschauer im Stadion sitzen. Doch das lässt ein Groundhopper nicht mit sich machen. Stefan Roggenthin wartete nach dem Spiel, bis alle Tickets durchgezählt waren, und sackte seine Karte dann wieder ein. Sonst wäre sie im Müll gelandet.

Auch bei der Weltmeisterschaft in Südafrika will Stefan Roggenthin dabei sein. Mindestens 15 Spiele will er live im Stadion verfolgen. Dann werden seine Sammelalben um einige Tickets reicher.

Groundhopper wie Stefan Roggenthin reisen von Fußballspiel zu Fußballspiel, um so viele Stadien wie möglich zu besuchen. Foto: Jens Wolf

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