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Grottenolme werden nie erwachsen

20.01.2021 05:30, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die geheimnisvollen Tiere leben in Höhlen und werden uralt

Sie sind etwa so lang wie ein kleines Lineal, also 25 bis 30 Zentimeter lang. Und vom Aussehen her erinnern Grottenolme ein bisschen an einen Aal. Die Tiere leben gut versteckt in Höhlen. Und sie sind unglaublich geheimnisvoll!

Da sitzt er und bewegt sich nicht. Kein bisschen! Wenn es sein muss, dann kann ein Grottenolm mehrere Jahre so verharren, fast bewegungslos. Das ist aber noch nicht mal das Tollste an den Tieren. Sie kommen auch mehrere Jahre ohne Nahrung aus. Und erwachsen werden sie auch nicht!

Die Grottenolme in der Hermannshöhle im Harz wurden vor langer Zeit dort ausgesetzt. Fotos: Jens Wolf/Rübeländer Tropfsteinhöhlen/U. Fricke/dpa
Die Grottenolme in der Hermannshöhle im Harz wurden vor langer Zeit dort ausgesetzt. Fotos: Jens Wolf/Rübeländer Tropfsteinhöhlen/U. Fricke/dpa

Grottenolme gehören zu den Schwanzlurchen und Salamandern, sie leben aber dauerhaft im Wasser und im Dunkeln. Denn Olme sind Höhlenbewohner! Und das sieht man ihnen auch an.

„Ihre Haut ist fast durchsichtig, denn ihnen fehlen die sogenannten Pigmente. Diese würden die Haut zum Beispiel vor der Sonne schützen. Außerdem haben sich ihre Augen weitgehend zurückgebildet“, erklärt die Forscherin Susanne Holtze.

In Europa findet man Grottenolme normalerweise nur in einer bestimmten Gegend: im sogenannten Dinarischen Gebirge. Das zieht sich unter anderem durch die Länder Slowenien und Kroatien im Südosten Europas. In dem Gebirge gibt es viele Höhlen. Dort leben die Grottenolme.

Doch die seltsamen Tiere bekommt man nur äußerst selten zu Gesicht. Denn die Höhlen sind schwer zugänglich. „Daher wissen wir auch viele Dinge über den Olm noch nicht“, sagt Susanne Holtze.

Futter ist für sie oft Mangelware

Allerdings kann man die Tiere auch hier bei uns in Deutschland beobachten. Und zwar in der Hermannshöhle im Harz im Bundesland Sachsen-Anhalt. Vor langer Zeit wurden dort einige Olme ausgesetzt. Forscher vermuten, dass die Tiere inzwischen teils über 100 Jahre alt sind.

„Dass Grottenolme so alt werden, hat unter anderem mit ihrem extrem langsamen Stoffwechsel zu tun und ihrem langsamen Wachstum“, erklärt die Expertin. Dabei werden die Tiere nie wirklich erwachsen. „Sie bleiben in einem jugendlichen Stadium stecken.

Das bedeutet, sie haben das Aussehen einer Larve und behalten ihre Kiemen“, sagt Susanne Holtze. Trotzdem werden sie geschlechtsreif. Das heißt: Sie können Nachwuchs bekommen.

Warum sich die Grottenolme so entwickelt haben, versuchen Forscher herauszufinden. Man vermutet, dass es etwas mit dem Lebensraum der Tiere zu tun hat. Sich in ein erwachsenes Tier zu verwandeln, erfordert viel Energie. Und Energie bekommt der Körper durch Futter.

Das Futter ist jedoch in Höhlen oft Mangelware. Daher wäre eine Verwandlung wohl zu aufwendig.

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