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Gigantische Eisplatte bröckelt vom Südpol ab

27.03.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

WASHINGTON (dpa). Eine riesige Eisplatte ist vom Eispanzer am Südpol abgebrochen. Dort zerbröckelte ein Eisbrett, das gut 400 Quadratkilometer groß ist also etwa halb so groß wie die Stadt Berlin. Das teilte das Eis- und Schneedatenzentrum der USA mit. Das Spektakel ereignete sich etwa 1000 Kilometer südlich von der Südspitze Südamerikas. Dort ging gerade der Sommer zu Ende.

In der Sommerzeit schmilzt das Eis. Und in der Antarktis brechen dann jedes Jahr Eisstücke von schwimmenden Eisplatten ab. Diese Eisplatten, die mit dem Festlandeis verbunden sind, nennt man auch Schelfeis. Forscher sagen jedoch, dass der Klimawandel die Eisschmelze in der Region beschleunige. Dort sei die Temperatur in den vergangenen 50 Jahren stark gestiegen: im Durchschnitt um ein halbes Grad Celsius alle zehn Jahre. Die ungewöhnliche Show ist nun für diese Saison vorbei, sagte der Wissenschaftler Ted Scambos. Ob von dem Schelfeis namens Wilkins-Schelf mehr abbrechen werde, könne man erst im kommenden Januar sehen. Also wenn dort der Sommer wieder da ist. Gletscher-Spezialist David Vaughan meinte: Wilkins ist das größte Schelfeisstück in der Antarktis, das noch bedroht werden könnte. Es hängt am seidenen Faden. Die Eisschmelze in der Antarktis gefährde auch Wale und Pinguine, sagte der deutsche Polarexperte Arved Fuchs am Mittwoch in Hamburg. Er erklärte: Wale und Pinguine ernähren sich von kleinen Krebsen, sogenanntem Krill. Wenn das Eis schmilzt, gibt es weniger Algen, die unter dem Eis wachsen und damit auch weniger Krill. Um mehr über das Eis herauszufinden, überwachen Wissenschaftler die Antarktis mit Satelliten. Diese fotografieren das Eis aus dem Weltall. Die Bilder werden dann auf der Erde ausgewertet. Das geht allerdings erst seit ein paar Jahren. Deswegen sind sich auch nicht alle Forscher sicher, ob tatsächlich der Klimawandel das Antarktis-Eis derzeit schneller schmelzen lässt.

Die Serie von Satellitenbildern zeigt das Wilkins-Eisschelf beim Auseinanderbrechen. Das große Bild ist vom 6. März, die kleinen von unten nach oben vom 28. Februar, 29. Februar und 8. März. Hellblau erscheint die abgebrochene Eisplatte in der Antarktis. Foto: NASA

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