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Geheimnisvolle Tunnelgräber

29.07.2020 05:30, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der Mistkäfer ist ein sehr interessantes Tier

In einem Stall oder auf dem Misthaufen findet man diese Käfer nicht. Dafür aber im Wald oder auf Wiesen. Mistkäfer vergraben den Dung anderer Tiere, zum Beispiel von Rehen, Schafen und Rindern. Das klingt erst mal eklig. Es ist aber extrem wichtig!

Ein Wald-Mistkäfer Foto: Stefanie Paul
Ein Wald-Mistkäfer Foto: Stefanie Paul

DARMSTADT. Er sitzt einfach so da, mitten auf dem Waldweg, völlig regungslos. Der große, schwarzblau glänzende Käfer macht keine Anstalten weiterzukrabbeln. Was ist denn mit ihm los? „Das ist typisch für den Wald-Mistkäfer. Die Tiere wirken oft sehr träge, fast wie tot“, erklärt der Biologe Nico Blüthgen.

Irgendwann krabbelt der Käfer dann doch weiter. Vielleicht hat er in der Nähe etwas entdeckt, etwas gerochen – womöglich einen Dung-Haufen. Als Dung bezeichnet man den Kot von Tieren, die Pflanzen fressen.

Dazu gehören zum Beispiel Rehe und Schafe. Auf genau diesen Dung hat es der Käfer abgesehen. Dieser dient ihm als Nahrung und enthält viele wichtige Stoffe: zum Beispiel Proteine, Fettsäuren und Vitamine. „Das ist eine echte Vollwertnahrung für die Käfer“, sagt Nico Blüthgen.

Die meisten Mistkäfer-Arten fressen den Dung aber nicht, sondern schlürfen nur die flüssigen Bestandteile. Den anderen Teil des Dungs verbuddeln die Tiere. Dazu graben sie direkt unter dem Dunghaufen einen Tunnel mit mehreren Kammern. Der Tunnel kann bis zu 50 Zentimeter tief sein.

Für die Käfer ist das kein Problem. Denn sie haben extrem starke Beine. Das könne man selbst beobachten, erklärt der Experte. Er empfiehlt, einen Mistkäfer in die Hand zu nehmen und vorsichtig mit den Fingern zu umschließen. Dessen Beine sind so stark, dass das Tier damit die Finger fast auseinanderdrücken kann.

Forscher wie Nico Blüthgen wollen mehr über den Mistkäfer herausfinden. Das ist aber gar nicht so einfach. „Denn vieles spielt sich im Verborgenen ab, in der Erde“, sagt er. Im Labor lassen sich die Käfer nicht halten. Dort entwickeln sie sich schlecht. Warum das so ist, wissen die Forscher nicht genau.

Ist der Tunnel fertig, legen die Käfer in jede Kammer eine Portion Dung ab – und ein einzelnes Ei. Den Eingang zum Tunnel verschließen die Tiere anschließend. Das alles passiert innerhalb weniger Stunden.

Die Mistkäfer sorgen auf diese Weise nicht nur für Nachwuchs. Sie leisten auch eine wichtige Arbeit für das Ökosystem. Denn mit den Tunneln lockern sie den Boden auf und durchlüften ihn. Außerdem wird die Erde durch den Dung prima gedüngt. Auch Pflanzensamen können so verbreitet werden.

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