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Ganz nah dran an den Stars

05.01.2018, Von Aglaja Adam — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der Beruf des Tourmanagers ist anstrengend und sehr spannend – Alles muss organisiert werden

Viele Musiker gehen gern auf Tour. Sie geben dann Konzerte in verschiedenen Städten. Dafür gibt es aber viel zu planen! Tourmanager können die Musiker dabei unterstützen. Hier erfährst du, wie der Beruf des Tourmanagers aussieht.

Sänger Cro bei einem Auftritt auf einer Tournee. Foto: Ronald Wittek/dpa

Hast du deine Lieblingsband schon mal direkt vor dir auf der Bühne gesehen? Ein Konzert ist oft Teil einer Tour. Sie führt die Bands oder Sänger durch mehrere Städte oder sogar Länder.

Wie eine Tour organisiert wird – das weiß Stefan Lösch. Der 25-Jährige ist Tourmanager (gesprochen: turmänätscha) von unter anderem dem Sänger Cro. Stefan Lösch erzählte uns von seinem Beruf, der ganz nah dran ist an den Stars.

Der Sänger Cro geht in diesem Jahr auf Tour. Du bist dabei. Wie sieht ein normaler Tag aus?

„Ich stehe um 7 Uhr auf und gehe gefühlt immer viel zu spät ins Bett. Mein Handy klingelt sehr oft. Ich bin Ansprechpartner der Band, der Techniker, des Veranstalters. Bei mir kommen alle Fäden zusammen. Ich schaue vor dem Konzert, ob in der Halle alles so ist, wie vorher besprochen. Nach dem Konzert bin ich der Letzte, der die Räume verlässt.“

Das klingt stressig . . .

„Ja, das ist es manchmal auch. Aber es überwiegt der Spaß. Ich bin je nach Tour bis zu eineinhalb Monate mit der Band unterwegs. Wir schlafen in großen Bussen, sogenannten Nightlinern. Die sind ähnlich wie Wohnmobile, mit Schlafkojen, Sofas, Fernseher, einer kleinen Küche, Toilette und Waschbecken. Cro möchte mit seiner Crew, also allen Mitarbeitern, reisen.“

Gibt es manchmal Probleme?

„Die Arbeit beginnt für mich ja nicht, wenn die Tour startet, sondern lange davor. Je besser vorher alles zusammen mit dem Team geplant ist, desto weniger Probleme gibt es.“

Was musst du vorher organisieren?

„Eine Tour wie die von Cro organisiert ein großes Team. Der Booker sucht die Orte aus, an denen wir spielen und er macht die Reise-Route. Cro sagt, wie er sich die Show vorstellt und was er für ein Bühnenbild will. Der technische Leiter überlegt sich zusammen mit dem Booker, welche Techniker wir brauchen, in wie vielen Nightlinern wir reisen, welcher Caterer mitkommt, der uns das Essen zubereitet. Dann komme ich ins Spiel. Zusammen mit dem Technischen Leiter und einem großen Team aus Technikern bin ich vor Ort in der Konzerthalle dafür zuständig, dass alles so umgesetzt wird, wie es geplant wurde.“

Machst du auch viel Büroarbeit?

„Ja. Tourmanager klingt immer so cool. Aber die Hälfte meines Jobs besteht aus Schreibtisch-Arbeit. Ich bereite Unterlagen für die Abrechnung vor, erstelle Zeitpläne: Wann ist Soundcheck? Wann gehen wir auf die Bühne? Wann ist Zeit für Interviews?“

Du brauchst also Talent fürs Planen?

„Ja, ich habe immer schon gerne organisiert. Als Tourmanager muss man es aber auch aushalten, wenn es stressig wird. Manchmal läuft es eben nicht wie geplant, dann muss man flexibel sein und schnell umdenken.“

Gab es schon mal eine Panne?

„Einmal war der Schlagzeuger unauffindbar. Er wollte ein kurzes Nickerchen machen und hat den Wecker nicht gehört. Zum Glück hat er es noch zur Show geschafft.“

Schimpfst du, wenn so etwas passiert?

„Das ist eine schwierige Frage. Wir sind alle ein Team. Ich nehme der Band Aufgaben ab, die sie sonst alleine erledigen müsste. Sie hat mich beauftragt, also ist sie auch der Chef. Aber wenn beispielsweise Streit ausbrechen würde, müsste ich als Mediator schlichten. Das war aber noch nie nötig.“

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