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Gänseblümchen aufs Brot, Brennnesseln in die Suppe

07.09.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Brennnesseln in die Suppe, Sauerampfer in den Joghurt und Löwenzahnblüten für Gelee: Aus vielen Pflanzen, die bei uns auf den Wiesen wachsen, kann man leckere Dinge zubereiten. Die Kräuterexpertin Regine Ebert kennt sich damit prima aus.

Die 49-Jährige ist Pflanzenkundlerin. Fast jeden Tag streift sie am Stadtrand von Frankfurt in Hessen entlang, um wilde Kräuter zu pflücken.

Manche Menschen nennen Regine Ebert auch „Kräuterhexe“. Das ist eigentlich Quatsch, weil sie nicht zaubern kann. Dafür weiß sie sehr viel über Kräuter. Zum Beispiel wie sie aussehen oder wofür man sie benutzt. Damit kannten sich früher viel mehr Menschen aus. Heute ist viel von diesem Wissen verloren gegangen.

Bei Regine Ebert zu Hause hängen Kräutersträuße von der Decke. Überall stehen Gläschen mit Ölen. Auch Tinkturen oder Salben stellt die Kräuterfrau selbst her. „Es sieht schon ein bisschen hexisch aus bei mir“, sagt sie. Darüber muss sie selbst etwas lachen.

Viele Kräuter, die Regine Ebert auf Wiesen pflückt, landen in ihrem Kochtopf. Sie gibt zum Beispiel Brennnesseln in Suppen oder Salate. „Brennnessel ist ruck, zuck geerntet“, sagt Regine Ebert. Aber Achtung: Die kleinen Haare der Pflanzen piksen. Dafür hat die Kräuterfrau einen Tipp: „Abknicken und falsch herum halten.“ Dann kommt man nicht mehr so schnell an die piksigen Stellen.

Man kann die Kräuter auch aufs Butterbrot legen. Gänseblümchen zum Beispiel passen super auf die Stulle. Auch in den Salat kann man sie mischen. Lecker! Die Blätter vom Sauerampfer rupft Regine Ebert gerne klein und rührt sie in Joghurt oder Quark.

Eklig findet Regine Ebert es nicht, Pflanzen von der Wiese zu essen. „Ganz viele unserer Lebensmittel kommen ja aus dem Boden“, erklärt sie. Die wilden Pflanzen seien oft gesund. Brennnesseln zum Beispiel haben ganz viel Vitamin C. Das stärkt den Körper etwa gegen Erkältungen.

Tipps fürs Kräutersammeln

Ihr wollt selbst losziehen und essbare Wildkräuter sammeln? Dann nehmt einen Erwachsenen mit, vielleicht eure Oma oder eure Eltern. Und besorgt euch vorher auch ein Buch, in dem die Pflanzen abgebildet sind. Denn Vorsicht! Vielleicht findet ihr auch giftige Pflanzen, die man nicht essen darf. Und einige kann man leicht mit harmlosen Kräutern verwechseln.

Und die Kräuterexpertin Regine Ebert hat noch einen Tipp: Bei jedem Spaziergang nur einige Blätter pflücken. „Man darf die Pflanzen nicht abernten“, sagt sie. Sonst wachsen sie vielleicht nicht mehr nach. An Straßenrändern und Wiesen, wo viele Hunde vorbeikommen, lässt Regine Ebert die Kräuter ganz stehen. Auch von Feldern rät sie ab. „Weil dort gespritzt wird.“

Kräuterexpertin Regine Ebert hinter Blättern des Spitzwegerichs. Fast jeden Tag ist sie unterwegs, um wilde Kräuter zu pflücken. Foto: Frank Rumpenhorst

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