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Fußball in klein und auf dem Tisch

24.08.2021 05:30, Von Vanessa Reiber — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Fußball spielen, ohne zu rennen: Bei dem Spiel Tipp-Kick ist das kein Problem. Die Spieler brauchen nur ihre Finger. Wer gut sein will, muss viel üben.

Ditzingen: Ein Spieler des „TKC 71 Hirschlanden“ setzt zum Schuss an. Auf den Kopf tippen und schießen!  Foto: Franziska Kraufmann/dpa
Ditzingen: Ein Spieler des „TKC 71 Hirschlanden“ setzt zum Schuss an. Auf den Kopf tippen und schießen! Foto: Franziska Kraufmann/dpa

Woran denkst du bei einem schwarz-weißen Ball und einem Torwart? Wahrscheinlich an Fußball. Es gibt den Sport aber auch noch in klein. Tipp-Kick heißt das Spiel, das schon fast 100 Jahre alt ist.

Gespielt wird mit den Fingern statt mit den Füßen. Das Spielfeld liegt auf einem Tisch. Darauf stehen Figuren mit einem Knopf auf dem Kopf. Wenn man den drückt, bewegt die Figur ein Bein. Am besten trifft sie den Ball, der dann im Tor des Gegners landet. Beim Tipp-Kick gibt es sogar eine Bundesliga und Meisterschaften. Da treten die besten Spieler gegeneinander an. Einer von ihnen heißt Max Daub. Er ist 28 Jahre alt und spielt für einen Verein im Bundesland Baden-Württemberg im Süden von Deutschland: den TKC 71 Hirschlanden. Seine Mannschaft war sogar schon deutscher Meister.

Der Tipp-Kick-Spieler hat vor knapp 20 Jahren zum ersten Mal gespielt. Weil ihm sein Hobby so viel Spaß macht, trainiert er regelmäßig mit anderen in einer Turnhalle. „Man ist beim Tipp-Kick Fußballspieler, Torwart und Trainer in einer Person“, sagt Max Daub. Eine Mannschaft besteht nicht aus elf Spielern wie beim Fußball. Jeder hat nur einen Torwart und einen Feldspieler auf dem Platz.

Wenn Max Daub einen Ball von Nahem aufs Tor schießen will, hat er dafür eine bestimmte Figur. Mit einer anderen Figur kann er besser von weiter weg schießen. Die Figuren haben verschieden lange Füße. Auch die Beine sind unterschiedlich geformt. Manche Spieler malen die Figuren in ihren Lieblingsfarben an.

Ein Spiel dauert zweimal fünf Minuten. Also muss man sehr schnell sein und bei Ecken rasch um den Tisch laufen. Dabei ist es gar nicht so einfach, dass die Figur den Ball ins Tor schießt. „Man muss hart trainieren, um gut zu werden“, sagt Max Daub. Er schätzt: Ungefähr 1000-mal muss man einen Schuss üben, bis man ihn kann.

Max Daub trainiert auch Kinder und Jugendliche, die Tipp-Kick lernen wollen. „Am besten fängt man mit neun oder zehn Jahren an“, erklärt der Trainer. „Ganz wichtig ist die Konzentration“, sagt Max Daub. Wenn du also mit deinen Gedanken nicht beim Spiel bist, macht dein Gegner wahrscheinlich ein Tor.

Kinder und kleine Menschen haben beim Tipp-Kick übrigens einen Vorteil. Erwachsene müssen ihren Rücken beugen, wenn sie spielen. Nach einem Turnier mit vielen Spielen tut ihnen manchmal der Rücken weh. dpa

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