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Fußball-Clubs kassieren Kohle für Stadionnamen

09.11.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eine Versicherung im Stadionnamen oder eine Bank – dass Bundesliga-Mannschaften ihre Stadionnamen verkaufen, ist inzwischen normal. Auch wenn einige Fans die alten Namen besser fanden. Doch die Vereine können damit Geld verdienen.

Ein ganz normaler Schultag. Nichtsahnend betrittst du morgens das Schulgebäude. Drinnen wartet schon der Schulleiter auf dich und deine Klassenkameraden. Stell dir vor, er verkündet feierlich – zum Beispiel: „Ab heute heißt diese Schule nicht mehr Helene-Lange-Schule, sondern Möbelhaus-Müller-Schule.“ Du erzählst dann deiner Tante beim nächsten Familientreffen: „Ich gehe auf die Möbelhaus-Müller-Schule“. Manchen mag das völlig egal sein. Einige finden das vielleicht sogar gut, andere meinen: Klingt total blöd.

So etwas Ähnliches passiert seit einigen Jahren im Fußball: Es werden Stadien umbenannt. Die Fans von Eintracht Frankfurt erzählen zum Beispiel: Unsere Lieblingsmannschaft spielt in der Commerzbank-Arena. Vor ein paar Jahren hieß ihr Stadion noch: Waldstadion.

Der FC Schalke 04 hat früher einmal in der Glückauf-Kampfbahn gespielt, das ist schon ganz lange her. Dann kämpften sie im Parkstadion. Inzwischen hat der Verein den Stadionnamen an einen Sponsoren verkauft. Wie zum Beispiel auch der Hamburger SV: Im Namen der Arena steckt der Name eines Unternehmens.

Viele alte Stadionnamen sind inzwischen verschwunden. Warum? Die Vereine haben dadurch in den vergangenen Jahren eine neue Möglichkeit geschaffen, Geld zu verdienen. Sie kassieren viele Millionen Euro dafür, dass auf ihren Stadien der Name eines Unternehmens prangt. Denn für die Unternehmen ist das supergute Werbung.

Die Vereine argumentieren: Wir brauchen das Geld – zum Beispiel für den Bau des neuen Stadions. Oder um sich starke Spieler leisten zu können. Darum finden das manche Fans auch okay: Schließlich wollen sie, dass ihre Mannschaft erfolgreich spielt.

Viele Fans sind aber auch sauer, wenn die Namen verkauft werden. Ihnen geht es etwa um die Tradition. Denn sie erinnern sich gerne zurück: an große Spiele, Siege, Meisterschaften. Meistens sind die auch mit einem ganz bestimmten Stadion und seinem Namen verbunden. Viele Fans haben sich an diesen Weg, an Geld zu kommen, aber inzwischen ein wenig gewöhnt. „Anfangs war der Protest riesengroß. Inzwischen ist das aber nicht mehr ein so großes Thema“, sagt etwa einer von einem Fan-Club des Hamburger SV.

Manche Vereine bleiben aber auch bei ihren alten Stadionnamen. Die Spielstätte des zweiten Hamburger Erstligisten, des FC St. Pauli, heißt zum Beispiel Millerntor-Stadion. Die Fans rufen deswegen gerne „Tor, Tor, Millerntor!“. Der Stadionname soll nicht verkauft werden, haben die Mitglieder des Vereins beschlossen. „Und daran halten wir uns auch“, sagt der Sportchef.

Fans strömen ins Karlsruher Wildparkstadion Foto: Uli Deck

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