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Für Muslime ist jetzt Ramadan

11.09.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Seit Sonnenaufgang hat Zahi Alawi nichts gegessen und getrunken. Der Muslim fastet seit Beginn des heiligen Fastenmonats Ramadan. Der 35-Jährige ist in Palästina östlich vom Mittelmeer geboren. Und er lebt seit acht Jahren in Dortmund im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

nVor über einer Woche hat der Ramadan begonnen – was bedeutet das?

Zahi Alawi: „Von etwa fünf Uhr morgens bis 20 Uhr abends, also von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, esse und trinke ich nichts. Das ist eine ganz schön lange Zeit. Die ersten zwei, drei Tage fällt mir das auch etwas schwer. Aber danach gewöhnt sich der Körper daran. Ich habe dieses Mal auch keine Kopfschmerzen bekommen.

Besonders schwer fällt es mir, keinen Kaffee zu trinken. Manche Muslime essen abends alles durcheinander. Meine Frau und ich essen dann so wie wir sonst mittags essen. Vorher trinken wir aber Wasser und essen Datteln. Muslime beten während des Ramadan auch mehr als sonst. Und sie lesen mehr im Koran. Sie fühlen sich dann Gott näher.“

nWie ist das für dich, wenn deine Freunde, die keine Muslime sind, etwas essen?

Zahi Alawi: „Das stört mich nicht. Es ist jedem selbst überlassen, wie er seine Religion ausübt. Ostern oder Weihnachten feiere ich ja auch nicht. Aber ich respektiere die Feste und gratuliere denjenigen, die sie feiern. Natürlich kann man den Ramadan in Deutschland nicht so erleben wie bei meiner Familie in Palästina. Dort lädt man Freunde ein oder wird selber eingeladen.

Man gibt den armen Leuten Geld oder kocht für sie. Hier kenne ich wenige Leute, die auch fasten.“

nHast du als Kind schon gefastet?

Zahi Alawi: „Als ich angefangen habe, war ich sieben oder acht Jahre alt. Ich erinnere mich nicht mehr genau, aber ich glaube nicht, dass ich den ganzen Tag gefastet habe.

Eltern sagen zu ihren Kindern, sie können wie ein Vogel fasten – bis mittags. Sie werden auch nicht gezwungen, nichts zu essen oder zu trinken. Wenn sie wollen, dann können sie es probieren. Aber die Eltern achten darauf, ob es ihnen dabei gut geht.“

Ein Monat Fasten: Wenn das vorbei ist, lassen es sich die Muslime beim Zuckerfest gutgehen. Hier werden in Peshawar in Pakistan Süßigkeiten auf dem Markt verkauft. Die Kinder bekommen dann Geschenke und Süßigkeiten. Für sie ist das Zuckerfest wie Weihnachten für Christen.

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