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Für diese Chance haben sie lange trainiert

17.08.2021 05:30, Von Helena Schwar — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Nele Moos und Léon Schäfer treten für Deutschland bei den Paralympischen Sommerspielen an. Für Léon Schäfer sind es sogar schon die zweiten Paralympics.

Léon Schäfer aus Deutschland in Aktion bei der Para-WM der Leichtathleten, wo er Gold im Weitsprung gewann. Er tritt auch dieses Mal bei den Paralympics an.  Foto: -/kyodo
Léon Schäfer aus Deutschland in Aktion bei der Para-WM der Leichtathleten, wo er Gold im Weitsprung gewann. Er tritt auch dieses Mal bei den Paralympics an. Foto: -/kyodo

Die Reise geht nach Tokio, die Hauptstadt des Landes Japan. Gerade gingen hier die Olympischen Sommerspiele zu Ende.

Doch am 24. August geht es sportlich weiter: Dann starten die Paralympischen Sommerspiele. Das ist der größte Sportwettbewerb für Menschen mit Behinderungen.

Nele Moos und Léon Schäfer gehören zum deutschen Team. Nele Moos sprintet über 100 und 400 Meter. Léon Schäfer tritt neben kurzen Laufstrecken auch im Weitsprung an.

Die rechte Körperhälfte von Nele Moos ist seit ihrer Geburt gelähmt. Ihre Eltern wollten, dass sie ein möglichst normales Leben lebt und alles ausprobiert. „Ich hatte immer viel Spaß am Laufen, auch wenn es bei mir nicht besonders schön aussah“, erzählt sie. Obwohl sie am Anfang nicht die beste Läuferin war, trainierte sie hart und schaffte es zu wichtigen Turnieren.

Vor einem Jahr qualifizierte sie sich für die Paralympischen Spiele. Auch wenn sie bei diesem Turnier teilnimmt, fühlt sie sich nicht behindert. „Für mich ist es normal, dass meine rechte Körperhälfte nicht gut funktioniert. Für mich ist das keine Behinderung, nur manchmal ein bisschen umständlich.“

Heute ist Nele Moos 19 Jahre alt und trainiert fast jeden Tag. Sie ist gespannt auf die längste Reise, die sie jemals gemacht hat. „Die Vorbereitung auf die Paralympics waren körperlich sehr anstrengend für mich, aber es hat viel Spaß gemacht“, erzählt sie. „Es ist ganz merkwürdig, weil ich noch nie so viel Aufmerksamkeit bekommen habe. Aber ich bin dankbar und auch stolz.“

León Schäfer ist 24 Jahre alt. Mit 13 Jahren verlor er durch eine Krankheit seinen rechten Unterschenkel. „Das Schlimmste war für mich, dass ich kein Fußball mehr spielen konnte. Aber ich bin ein positiver Mensch. Egal was passiert, ich mache das Beste daraus. Kopf hoch, egal, was kommt“, sagt er.

Dann traf er Markus Rehm, einen sehr erfolgreichen Leichtathleten im Behindertensport. León Schäfer beschloss, dass er diesen Sport auch machen möchte. Nach der Schule zog der Sportler nach Leverkusen und trainiert seither dort.

Schon vor fünf Jahren machte Léon Schäfer bei den Paralympics mit, damals in Rio de Janeiro in Brasilien. Doch dieses Mal wird vieles anders sein: Wegen Corona dürfen keine Zuschauer in die Stadien. „Es wird komisch sein, die leeren Plätze zu sehen“, sagt er. Doch wie immer versucht er, das Beste daraus zu machen. „Wir können es ja eh nicht ändern“, sagt Léon Schäfer.

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