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Frosch-Experte wandert nachts durch den Regenwald

13.11.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

British Assignments Help provides students in UK with best Buy Essay Writing Service service at cheap prices, delivers 100% plagiarism free work. Place your order Im Regenwald ist nachts die Hölle los. Es zirpt, pfeift, singt, rauscht, schallt und kracht im Dunkeln. Und Ulmar Grafe steht mittendrin und fühlt sich pudelwohl.

Der 49-jährige Professor kommt aus Würzburg in Bayern. Er ist Tropenbiologe und Frosch-Experte. Und er lebt gerade in Brunei in Südostasien. In dem kleinen Staat gibt es noch fast unberührten Regenwald. Und tief darin steht die Forschungsstation Kuala Belalong.

Hierhin fährt Ulmar Grafe, so oft er kann. Seine Arbeit beginnt dann mit der Dunkelheit. An diesem Abend gießt es wie aus Kübeln. Als es aufhört, stapfen der Forscher und sein Begleiter los. Grafe ist in dieser Nacht mit einem Studenten unterwegs. Gummistiefel, Lampe, Kamera, Fernglas – sogar einen Dolch haben sie dabei. „Man weiß ja nie.“

Im Bachbett kommt man am besten voran. Bis zur Hüfte versinken die beiden im trüben Wasser. Ob darin wohl Schlangen wuseln . . .?

„Die Taschen einfach hochhalten“, sagt Grafe ungerührt und geht voraus. „Die Stiefel kann man anschließend ja ausschütten.“

Die Forscher suchen einen winzigen Frosch im riesigen Wald. Aber nicht irgendeinen. Ulmar Grafe hat ein paar Fröschen Mikrochips eingepflanzt. So kann er von ihnen Signale empfangen. Der Student packt eine riesige Antenne aus.

Auf dem Peilgerät schlägt die Nadel aus – der Frosch muss also in der Nähe sein. „Das heißt natürlich nicht, dass er noch lebt“, sagt der Professor. „Der Chip sendet auch Signale, wenn er samt Frosch im Bauch einer Schlange ist.“

Doch der Frosch ist wohlauf. Ulmar Grafe klettert ins Dickicht, schiebt auf dem Boden das Laub zur Seite und bekommt den Frosch tatsächlich zu fassen. Er speichert die Stelle, wo er das Tier gefunden hat, per Satellit. So kann er zum Beispiel herausfinden, wie weit die Frösche wandern.

Im Regenwald ist es stockfinster. Kein Sternenlicht dringt durch die dichten Baumkronen. Im Schein der Lampe flitzen Schaben über den Waldboden, Falter und Motten fliegen herum, kleine Geckos sitzen auf Blättern. Richtig große Tiere gibt es hier zum Glück nicht. Schlangen, Warane, Wildschweine, Affen, Hirsche und kleine Wildkatzen – das war’s auch schon.

Ulmar Grafe entdeckt einen Frosch auf einem Blatt. Ein Winkerfrosch – seine Spezialität. Der Winzling lebt an Bächen und Flüssen.

Das Wasser rauscht hier oft laut und das Froschquaken ist schwer zu hören. Der Winkerfrosch hat deshalb seine eigene pfiffige Methode entwickelt, um Weibchen anzulocken: Er winkt mit den weißen Schwimmhäuten an seinen Füßen. Der Frosch riecht wie eine feuchte Frühlingswiese. „Ich könnte bei ,Wetten, dass . . .‘ mitmachen“, scherzt der Biologe. „Erkennen Sie zehn Frösche am Geruch . . .“

Der ganze Wald ist ein aufeinander abgestimmtes System. Schon eine Straße kann das Gleichgewicht stören. Bestimmte Insekten können dort, wo die Bäume fehlen, zum Beispiel nicht weiter. Ihr Lebensraum ist abgeschnitten.

Pflanzen, die es nicht gewohnt sind, bekommen plötzlich Licht. Bei Regen rutscht der Waldboden leichter ab und schüttet Bäche zu.

An vielen Orten in der Welt wird jeden Tag Regenwald abgeholzt. So verschwinden auch Tiere und Pflanzen, über die wir noch fast gar nichts wissen. Manche davon produzieren womöglich Stoffe, die gegen Krankheiten helfen.

Forscher wie Ulmar Grafe wollen mehr darüber herausfinden. „Man weiß nie, wozu es gut ist.“

Die deutschen Forscher suchen einen winzigen Frosch im riesigen Wald. Der Biologe Ulmar Grafe hat ein paar Fröschen Mikrochips eingepflanzt. So kann er von ihnen Signale empfangen. Sein Begleiter Matthias Dahmen packt eine riesige Antenne aus. Foto: Christiane Oelrich

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