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Forschung soll Nashörner retten

02.08.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Als das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn starb, war seine Unterart sozusagen ausgestorben. Doch Forschende aus Deutschland wollen die Tiere retten. Sie wollen mit technischen Hilfsmitteln Nachwuchs züchten.

Thomas Hildebrandt vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung untersucht ein Nashorn.  Foto: Naveena Kottoor/dpa
Thomas Hildebrandt vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung untersucht ein Nashorn. Foto: Naveena Kottoor/dpa

Eigentlich war das Nördliche Breitmaulnashorn schon so gut wie ausgestorben. Die Tiere lebten früher in Teilen von Afrika. Als vor zweieinhalb Jahren das letzte Männchen dieser Unterart starb, blieben nur noch zwei Weibchen übrig. Und die konnten ohne Männchen keinen Nachwuchs mehr bekommen. Doch Tierschützer wollten die Tiere noch nicht aufgeben. Forschende aus Deutschland hatten die Idee, mit technischen Hilfsmitteln neue Nashörner zu züchten. Dazu müssen sie das Erbgut von einem männlichen und einem weiblichen Nördlichen Breitmaulnashorn zusammenbringen. Das Erbgut ist der Bauplan des Lebens.

Das männliche Erbgut hatten die Experten bereits entnommen und sicher aufbewahrt, bevor der letzte Nashornbulle gestorben war. Nun ist ein Team aus Forschenden im Land Kenia, um dort Eizellen vom Nashorn-Weibchen zu entnehmen. Das haben die sie schon öfter gemacht.

Bei Fatu hat das bisher gut geklappt. Sie und ihre Mutter Najin sind die letzten beiden Nördlichen Breitmaulnashörner. Experten haben Fatu betäubt, um ihr dann eine rote Flüssigkeit mit Eizellen abzuzapfen.

„Fatu ist eine sanftmütige Gigantin“, sagt Stephen Ngulu. Der Tierarzt und das Nashorn kennen sich gut. Fatu komme oft zu ihm getrottet, um gekrault zu werden.

In einem Labor werden Fatus Eizellen mit Spermien eines männlichen Nördlichen Breitmaulnashorns befruchtet. Auf diese Weise sind inzwischen zwölf Embryos entstanden, aus denen Nashörner heranwachsen könnten. Doch Fatu und Nanji selbst können keine Nashornkälber mehr austragen.

Deshalb sollen die Embryos später in Südliche Breitmaulnashorn-Weibchen eingepflanzt werden. Diese Art ist eng verwandt mit der Nashornart, die die Tierschützer retten wollen.

Wenn alles klappt, sollen viele solcher im Labor gezüchteten Embryonen zu Nashornkälbern heranwachsen und ausgetragen werden. Auf diese Weise könnte eine Herde entstehen, die sich dann weiter vermehren soll. dpa

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