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Forscher puzzeln Ur-Biber zusammen

05.04.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

KÖLN (dpa). Vor 164 Millionen Jahren lebte ein merkwürdiges Tier. Zumindest aus heutiger Sicht. Es war etwa so groß wie ein Meerschweinchen, hatte Schuppen wie ein Fisch, aber auch Haare und einen langen, platten Schwanz.

Das Tier war ein guter Schwimmer, erzählt Forscher Zhe-Xi Luo. Er arbeitet in den USA und hat die versteinerten Reste des Tieres in China gefunden.

Als er die Teile des Fundes zusammengepuzzelt hatte, war er überrascht. Man kann sagen, dass es eine Art Biber ist, wenn man sich nur den Schwanz anschaut, meint der Fachmann.

Aber so einfach war es nicht, erzählt er. Wenn man nur nach den Zähnen geht, würde man es für einen Otter halten. Und dann waren da noch Schuppen und die Haare.

Das Tierchen gehörte zu den Vorfahren der Säuger. Aber es hatte schon ein richtiges Fell. Das wärmte es, es konnte damit aber auch schon schwitzen. Die Forscher meinen: Mit Schuppen und Fell war der Ur-Biber bereits bestens an das Leben im und außerhalb des Wassers angepasst.

Wissenschaftler können von ihm zwei Dinge lernen. Erstens: Wir müssen die Entstehung des Fells also das typische Kennzeichen von Säugetieren neu überdenken, sagt der Fachmann.

Bisher glaubte man: Zuerst gab es die Säugetiere, dann entwickelten sich die Haare. Doch der Ur-Biber hatte ja schon welche. Und das, obwohl er noch kein echter Säuger war. Neuigkeit Nummer zwei hat mit dem Wasser zu tun. Die Entwicklung aller Tiere begann ja im Wasser. Dann krochen einige Viecher an Land und konnten irgendwann auch dort leben. An Land entwickelten sich Säugetiere.

Und einige von denen gingen wieder zurück ins Wasser. Schließlich leben dort heute Wale, Robben und Delfine, die ja auch alle Säugetiere sind.

Aber welches Säugetier ging wohl zuerst wieder ins Wasser? Das war den Forschern lange Zeit nicht bekannt, aber jetzt hat man es endlich herausgefunden. Der Ur-Biber tat es!

Schließlich brauchte das Mischwesen mit Haaren und Schuppen noch einen wissenschaftlichen Namen. Die Forscher nannten es Castorocauda.

Das ist na, klar ein Mischname: Castor steht in der lateinischen Fachsprache für Biber und Cauda für Schwanz. Also biberähnlicher Schwanz, sagt Zhe-Xi Luo.

Der Nachname für die genaue Art lautet lutrasimilis. Lutra steht für Otter und similis für die Ähnlichkeit, meint der Forscher. Wir haben also ein fischfressendes Tier mit einem Schwanz, wie wir ihn von den heutigen Bibern kennen.

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