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Forscher enträtseln Abwehr von Pflanzen

14.11.2020 05:30, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Pflanzen können nützliche von schädlichen Bakterien unterscheiden

Weißes Zeug auf den Blättern, braune Stellen und verschrumpelte Blüten: Auch Pflanzen können krank werden. Um sich vor fiesen Krankheiten zu schützen, haben sie ein Immunsystem. Forscher wollen mehr darüber herausfinden.

Pflanzen wachsen zwar erst mal von allein. Aber wenn man sie gezielt züchtet, kann man zum Beispiel größere Früchte ernten oder sie gegen Krankheiten stärken.  Foto: Stefanie Paul/dpa
Pflanzen wachsen zwar erst mal von allein. Aber wenn man sie gezielt züchtet, kann man zum Beispiel größere Früchte ernten oder sie gegen Krankheiten stärken. Foto: Stefanie Paul/dpa

Hatschi! So eine Erkältung kann nervig sein. Damit wir schnell wieder gesund werden, startet unser Körper mit seinem Immunsystem eine Abwehr. Es kämpft dann gegen die Krankheitserreger.

Auch Pflanzen können krank werden. Aber auch sie haben ein Immunsystem. Das bedeutet, sie erkennen schädliche Bakterien und andere Krankheitserreger und bekämpfen sie.

Wie wehren sich Pflanzen gegen Krankheiten?

„Dazu haben die Pflanzen eine Art Radarsystem. Das heißt, im Inneren jeder Zelle und auf deren Oberfläche sitzen Sensoren“, erklärt der Wissenschaftler Paul Schulze-Lefert. Er ist einer der Forscher, die untersuchen, wie genau sich Pflanzen gegen Krankheiten zur Wehr setzen.

Wenn die Sensoren der Pflanze Alarm schlagen, stoppt sie die Versorgung der betroffenen Zellen. Die bekommen dann keine Nährstoffe mehr und sterben ab. Damit sterben auch die Krankheitserreger.

„Die Pflanze opfert also einen kleinen Teil von sich selbst, um wieder gesund zu werden“, sagt Paul Schulze-Lefert.

Forscher haben entdeckt, dass Wildpflanzen sehr vielfältige Sensoren für ihr Radarsystem besitzen. Das bedeutet, sie können viele verschiedene Krankheitserreger erkennen und bekämpfen. Dieses Wissen wollen Wissenschaftler wie Paul Schulze-Lefert übertragen, und zwar auf Nutzpflanzen.

Nutzpflanzen werden schon sehr lange gezüchtet

Damit ist etwa Getreide gemeint oder Rüben, also Pflanzen, die wir essen oder als Futter für Tiere nutzen.

Unsere heutigen Nutzpflanzen wurden über viele Jahre hinweg gezüchtet. Das Ziel waren Pflanzen mit einer guten Ernte, wie etwa große Früchte. Das Problem: Die Züchtung schwächte ihr Immunsystem. Sie haben weniger Sensoren, um Krankheitserreger zu erkennen. Dadurch sind sie anfälliger. Forscher versuchen daher, Nutzpflanzen im Labor zu verändern.

Zum Beispiel bauen sie Gene von Wildpflanzen ein und versuchen so, das Immunsystem der Nutzpflanzen zu stärken.

Gene sind so etwas wie die Bausteine von Lebewesen. Sie legen zum Beispiel das Aussehen und bestimmte Eigenschaften fest.

Pflanzen und bestimmte Bakterien leben zusammen

Aber Pflanzen können noch etwas anderes: Sie können gute Bakterien von schlechten unterscheiden! Sie erkennen also, was ein Krankheitserreger ist und was nicht.

„Wie die Pflanzen das schaffen, stellt uns gerade noch vor ein echtes Rätsel“, erzählt der Forscher. Vermutlich habe es mit dem Immunsystem zu tun.

So siedeln sich zum Beispiel bestimmte Bakterien an den Wurzeln der Pflanze an und halten so schädliche Bodenpilze fern. Auf diese Weise wird die Pflanze indirekt durch die Bakterien geschützt. Die Forscher wollen nun herausfinden, wie diese Verbindung zwischen Pflanze und nützlichen Bakterien funktioniert.

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