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Forscher auf vier Pfoten

27.01.2021 05:30, Von Insa Sanders — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Hunde können mit ihrem guten Geruchssinn sehr hilfreich sein

Zammy und Bagheera sind mit ihren Spürnasen im Dienst der Wissenschaft unterwegs. Die beiden Hunde erschnüffeln zum Beispiel Fischotter-Kot. Hier erfährst du, warum.

Der ausgebildete Artenspürhund Zammy sucht nach Molchen. Ihm folgt die Biologin Annegret Grimm-Seyfarth. Foto: André Künzelmann/Monitoring Dogs/dpa
Der ausgebildete Artenspürhund Zammy sucht nach Molchen. Ihm folgt die Biologin Annegret Grimm-Seyfarth. Foto: André Künzelmann/Monitoring Dogs/dpa

BERLIN. Die Nase dicht am Boden und vier Pfoten, die aufgeregt hinterher trippeln. Etwa so sieht es aus, wenn Hunde eine Spur verfolgen. Mit ihren feinen Nasen riechen sie Dinge, die wir Menschen gar nicht wahrnehmen. Deswegen lassen wir uns manchmal von den Tieren helfen, zum Beispiel als Spürhunde.

Zammy und Bagheera sind zwei Artenspürhunde. Das bedeutet, sie können bestimmte Tierarten finden oder auch deren Kot. Zammy und Bagheera sind auf den Kot von Fischottern spezialisiert. Aber warum will man den finden? „Zum Beispiel, um herauszufinden, wie sich der Fischotter verbreitet“, erklärt die Biologin Annegret Grimm-Seyfarth. Sie ist die Besitzerin von Zammy und Bagheera und hat die beiden ausgebildet. Annegret Grimm-Seyfarth arbeitet als Wissenschaftlerin am Helmholtz- Zentrum für Umweltforschung – UFZ. Sie untersucht, wie es bestimmten Tierarten in ihrem Lebensraum geht.

Was passiert zum Beispiel, wenn es heißer oder trockener ist als normal? „Um solche Fragen beantworten zu können, müssen wir die Tiere finden. Und das ist extrem aufwendig. Vor allem, wenn es um Tiere geht, die sehr versteckt leben“, sagt die Biologin.

Im Tierkot stecken viele Informationen

Der Kot sei dabei besonders hilfreich. „Er gibt uns viel mehr Informationen als ein einzelnes Tier“, erklärt die Expertin. Man kann durch Untersuchungen des Kots etwa herausfinden, ob das Tier männlich oder weiblich ist. Oder ob es krank ist und was es gefressen hat. Auch stört es den Fischotter nicht sehr, wenn sein Kot gesammelt wird. Er wird dabei in Ruhe gelassen.

Als sie Zammy und Bagheera noch nicht hatte, musste Annegret Grimm-Seyfarth den Kot selber finden. Jetzt schickt sie ihre Hunde los. Das geht schneller und die Hunde finden auch Kot, den Menschen nicht so leicht entdecken würden. Und sie verwechseln ihn nicht mit dem Kot anderer Tierarten, der ähnlich aussieht. Haben die Hunde etwas gefunden, zeigen sie das an, indem sie sich hinsetzen. Den Kot fressen oder damit spielen dürfen sie auf keinen Fall. „Das Coole ist für sie auch nicht der Kot. Der bedeutet für sie nur: Jetzt bekomme ich mein Spielzeug oder mein Wurstende. Und darauf freuen die sich viel mehr“, sagt die Expertin. Im Training haben die Hunde gelernt: Der Geruch von Fischotter-Kot ist super! Wenn ich dem auch über weite Strecken folge und mich dann davor setze, passiert etwas Tolles!

Auch wenn ihre Hunde mal nichts finden, belohnt Annegret Grimm-Seyfarth sie für die Suche. Für alle Fälle hat sie außerdem immer Fischotter-Kot dabei. Den kann sie dann für die Hunde verstecken. Für Zammy und Bagheera ist ihr Job nämlich keine Arbeit, sondern ein großes Spiel mit viel Spaß.

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