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Expertin: Stoff eines Heißluftballons so groß wie halber Fußballplatz

18.08.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sanft steigt ein riesiger Heißluftballon in die Lüfte. Irgendwann ist er so weit oben, dass er nur noch ein kleiner Punkt ist. Mehr als 40 dieser bunten Heißluftballons gibt es an diesem Wochenende in Magdeburg in Sachsen-Anhalt zu sehen. Sie haben unterschiedliche Formen und kommen aus ganz Europa. Wie so ein Heißluftballon funktioniert, hat Ballonfahrerin Nicole Haggeney dpa-Nachrichten für Kinder erklärt. Die 46-Jährige fährt seit zehn Jahren Ballon und organisiert zusammen mit ihrem Mann das Treffen in Magdeburg.

nWie funktioniert eigentlich ein Heißluftballon?

„Ein Ballon besteht aus einem Korb, einem Brenner und einem speziellen Stoff, der ungefähr so groß wie ein halber Fußballplatz ist. Wenn der Stoff am Korb befestigt ist, bläst der Fahrer mit einer Art Fön kalte Luft in den Stoff. Dieser füllt sich und bekommt so seine Form. Dann kommt der Brenner zum Einsatz, denn die kalte Luft in der Hülle muss erwärmt werden. Wenn der Brenner an ist, kann man richtige Flammen sehen. Auch in der Luft muss er immer wieder angestellt werden, denn die Luft muss immer warm bleiben. Sonst sinkt der Ballon.“

nBringt allein die warme Luft den großen Ballon zum Abheben?

„Ja, denn warme Luft ist leichter als kalte. Sie steigt nach oben, und der ganze Heißluftballon auch. Das hat mit Physik zu tun.“

nWarum entweicht die Luft nicht aus der Hülle?

„Die Hülle des Heißluftballons besteht aus einem speziellen Stoff. Man nennt das Material Polyester- oder Nylongewebe. Es hat eine Beschichtung, die man sich wie Kerzenwachs vorstellen kann. Das ist alles dicht.“

nKommt es beim Ballonfahren auch auf das Wetter an?

„Das Wetter ist sehr wichtig. Vor allem darf kaum Wind sein, weil es sonst beim Aufbau Probleme geben würde. Wenn ein kräftiger Wind weht, würde er den Fahrern immerzu die Hülle aufblasen und im schlimmsten Fall den Ballon wegziehen. Auch Regen ist nicht gut. Der Stoff wird nass und ganz schwer. Später hätte man auch Probleme beim Verpacken. Der Stoff muss immer trocken sein. Sonst fault und stinkt es – ähnlich ist es, wenn man ein nasses Handtuch in seinem Turnbeutel vergisst.“

nWieso heißt es eigentlich Ballonfahren? Sie fliegen doch.

„Als man zum ersten Mal in einem Heißluftballon fuhr, gab es noch keine Flugzeuge. Das ist mehr als 200 Jahre her. Deswegen verwendete man die bekannten Wörter aus der Seefahrt. Man sagt auch, dass wir auf einem Luftmeer fahren. So wie ein Schiff auf dem Meer.“

Interview: Sabrina Gorges, dpa

Heißluftballons fahren bei den Ballon-Magie-Tagen über Magdeburg in Richtung Südwesten. Bei dem Ballonfahrertreffen lassen knapp 40 Ballonfahrer aus ganz Europa ihre Heißluftballons über der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt in die Lüfte steigen. Foto: Jens Wolf

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