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Expertin: So übt man mit autistischen Kindern

20.11.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jungen und Mädchen, die autistisch sind, ziehen sich zum Beispiel zurück. Ihnen fällt es oft schwer, Kontakt zu an- deren aufzunehmen. Experten wollen, dass solche Kinder trotzdem so angenehm wie möglich leben können.

Solche Fachleute arbeiten zum Beispiel an einer Forschungsstelle in Bremen – wie auch Ragna Cordes. dpa-Nachrichten für Kinder sprach mit der Fachfrau über ein Trainingsprogramm für autistische Kinder.

Was ist wichtig für Kinder mit Autismus?

Autistische Kinder brauchen ein ganz klar strukturiertes Leben, denn sie kommen durcheinander, wenn etwas plötzlich anders ist als sonst. Außerdem sollte man in einfachen, klaren Sätzen mit ihnen sprechen. Bildliche Sprache wie „Du willst mich wohl auf den Arm nehmen“, also einen Witz machen, verstehen Kinder mit Autismus oft nicht. Sie denken dann, dass der Erwachsene tatsächlich auf den Arm des Kindes soll.

Kann man die Krankheit heilen?

Nein, vollständig leider nicht. Aber wir können versuchen, die Folgen der Krankheit so klein wie möglich zu machen und zu helfen, das Leben im Alltag zu verstehen. Das geht manchmal so gut, dass die Kinder kaum auffallen in der Schule oder im späteren Leben. Aber besonders bleiben sie ein Leben lang.

Was gehört zum Trainingsprogramm dazu?

Man sollte so früh wie möglich – lange vor Schulbeginn – mit dem Üben anfangen. In diesem Programm arbeiten die Eltern und Helfer 30 Stunden die Woche mit den Kindern. Am Anfang lernen sie, Menschen in die Augen zu schauen, andere nachzumachen und zu verstehen, dass Lob etwas Schönes ist. Alles, was die Kinder lernen sollen, wird in ganz kleine Schritte unterteilt und ganz oft wiederholt.

Kann man irgendwann mit dem Üben aufhören?

Es wird bei vielen Kindern mit Autismus mit der Zeit immer weniger, was es zu trainieren gibt. Aber es kann immer wieder Zeiten geben, in denen sie wieder mehr Hilfe brauchen, zum Beispiel wenn sie in eine neue Schule kommen.

Das Bild zeigt die Psychologin und Autismus-Expertin Ragna Cordes. Foto: privat

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