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Experte: Hirsche essen im Herbst gerne Kastanien

07.10.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Spaziergänge im Herbst durch den Wald oder im Stadtpark machen vielen Leuten Spaß. Die bunten Blätter rascheln bei jedem Schritt unter den Füßen. Und wer Glück hat, kann Eichhörnchen beim Sammeln von Nüssen beobachten. Beim Spaziergang sammeln viele unter Bäumen auch gerne Kastanien, Bucheckern und Eicheln. Sie wollen damit basteln oder im Winter die Waldtiere füttern.

Eckhard Wiesenthal hat viele Jahre in Wildgehegen und Zoos gearbeitet. Den dpa-Nachrichten für Kinder sagte er, was man bei der Fütterung von Wildtieren im Winter beachten sollte.

Stimmt es, dass alle Wildtiere gerne Rosskastanien essen?

Eckhard Wiesenthal: „Nein. Viele Hirsche essen im Herbst sehr gerne Kastanien, Rehe fressen sie manchmal und Wildschweinen schmecken sie gar nicht gut. Sie lassen sie sogar meistens liegen. Gerade Rehe sind echte Feinschmecker. Sie mögen viel lieber Tannenzweige, Pflanzentriebe, Blätter, Gras und Heu. Wildschweine mögen viel lieber Eicheln.“

Aber warum haben früher viele Jäger den Waldtieren im Winter doch in Futterkrippen Rosskastanien zu fressen gegeben?

Eckhard Wiesenthal: „Früher dachte man, dass die Tiere in Notzeiten, wenn der Waldboden gefroren ist und hoher Schnee liegt, Kastanien essen. In den vergangenen Jahren hat man aber herausgefunden, dass viele Tiere die Kastanien dann liegen lassen. Deshalb werden heute nur noch sehr selten Kastanien im Wald verteilt. Und nur dort, wo viele Hirsche leben. Denn sie können Kastanien gut verdauen.“

Wie kann man den Waldtieren im Winter denn dann helfen?

Eckhard Wiesenthal: „Es gibt viele Möglichkeiten, den Waldtieren zu helfen. Wichtig ist auf jeden Fall, dass man immer erst mit dem zuständigen Jäger spricht. Eine tolle Idee ist aber beispielsweise ein kleiner Weihnachtsbaum, den man für die Tiere im Wald aufstellt. An den kann man dann Rüben, Möhren, Äpfel, Heu und Nüsse hängen. Darüber freuen sich die Tiere auf jeden Fall.“

Früchte einer Esskastanie, auch Maronen genannt, in ihrer aufgesprungenen, stacheligen Schale zusammen mit Blättern und einer noch geschlossenen Fruchthülse Foto: Erwin Elsner

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