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Experte für den schönen Sprung von der Skischanze

27.10.2020 05:30, Von Michael Billig — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hannes Boose ist Sprungrichter und benotet die Skispringer

Der weiteste Sprung ist keine Garantie für den Sieg. Beim Skispringen kommt es noch auf etwas anderes an. Was das ist, kann Hannes Boose gut erklären. Er ist Sprungrichter.

Beim Skispringen zählt nicht nur die Weite, sondern auch gute Haltung.  Foto: picture alliance
Beim Skispringen zählt nicht nur die Weite, sondern auch gute Haltung. Foto: picture alliance

Als Kind ist Hannes Boose selbst gern auf Skiern die Sprungschanze hinuntergefahren. Im Alter von sieben Jahren wagte er von einer kleinen Schanze seinen ersten Sprung. Es gefiel ihm so gut, dass er mit dem Springen weitermachte. Später machte er auch bei Wettkämpfen mit.

Als er erwachsen war, hörte Hannes Boose mit dem Springen auf. „Ich war kein großes Talent“, sagt er. Groß blieb aber seine Begeisterung für diesen Sport. „Ich bin verrückt danach“, sagt der 29 Jahre alte Mann. So wurde er Sprungrichter.

Die Benotung der Richter kann entscheiden wer gewinnt

Die Sprungrichter nehmen beim Skispringen eine wichtige Rolle ein. Sie bewerten die Sprünge. Die Weite ist dabei nicht entscheidend. Die Sprungrichter vergeben Haltungsnoten für die Springer. Diese Benotung kann entscheiden, wer den Sieg holt!

Eine gute Sicht auf die Sprünge ist wichtig für die Sprungrichter. Deshalb gehört zu den Sprungschanzen auch ein Kampfrichterturm. Jeder Turm sieht anders aus. Mal ist es ein Gebäude auf Stelzen, mal ein mehrstöckiges Haus. Das Aussehen ist nicht so wichtig. Hauptsache der Standpunkt ist erhöht.

Denn wenn die Springer von der Schanze kommen, dann fliegen sie auf Augenhöhe an Hannes Boose vorbei. Er kann sie so am besten sehen und beurteilen. Wie sieht ein schöner Sprung aus? „Ski und Springer müssen eine Einheit bilden“, sagt der Experte.

Bei der Bewertung sind drei Phasen eines Sprungs entscheidend: der Flug, die Landung und die Ausfahrt. Beim Flug achten die Sprungrichter auf Arme, Beine und Ski des Springers. Die Ski müssen in der Luft ein V bilden – wie der Buchstabe.

Die Beine müssen durchgestreckt sein und die Arme eng am Körper anliegen. Wer etwa in der Luft mit den Armen rudert, verliert Punkte.

Auch eine gute Landung wird bewertet

Bei der Landung kommt es auf die Stellung der Füße an. Leicht versetzt sollen sie auf dem Boden aufkommen. Dann ist es ein sogenannter Telemark. So wird beim Skispringen die perfekte Landung bezeichnet. Wenn die Füße nebeneinander aufkommen, gibt es Abzüge. Bei der Ausfahrt ist vor allem wichtig, dass der Sprung sicher und im Stehen abgeschlossen wird. Ein Sturz kostet richtig viele Punkte.

20,0 ist die höchste Punktzahl, die ein Sprungrichter vergeben kann. Diese Haltungsnote ist aber sehr selten. Selbst die besten Skispringer der Welt können sie nur schwer erreichen.

Hannes Boose hat in seinen acht Jahren als Sprungrichter die Höchstpunktzahl erst einmal vergeben. „Dieser Sprung war makellos. Da stimmte einfach alles“, schwärmt er.

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