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Es ist normal, anders zu sein

04.09.2020 05:30, Von Birk Grüling — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dennis zeigt in Videos sein Leben als Rollstuhl-Fahrer und hofft auf mehr Verständnis von den anderen Menschen

Als Rapper nennt sich Dennis Sonne „Sittin’ Bull“. In seinen Texten spricht er über das Leben von Menschen mit Behinderung. Er weiß, wovon er rappt: Seit einem Unfall sitzt er im Rollstuhl.

Dennis Sonne steht mit seinem Rollstuhl vor einer Treppe. Da geht der Weg für ihn nicht weiter. Dennis kämpft für mehr Barriere-Freiheit.  Foto: Dennis Sonne/dpa
Dennis Sonne steht mit seinem Rollstuhl vor einer Treppe. Da geht der Weg für ihn nicht weiter. Dennis kämpft für mehr Barriere-Freiheit. Foto: Dennis Sonne/dpa

Dennis Sonne hat eine klare Botschaft. „Es ist normal, anders zu sein. Deshalb möchte ich mich für ein gutes Miteinander aller Menschen starkmachen“, erklärt der junge Mann, der im Rollstuhl sitzt. Er setzt sich vor allem für Inklusion ein. Das bedeutet: Menschen mit Behinderung sollen in die Gemeinschaft einbezogen werden und die gleichen Chancen haben.

Soziale Medien und Musik

Dennis tritt als Rapper unter dem Namen „Sittin’ Bull“ auf.  Foto: Pawel Woszczak/Arne Schöning/dpa
Dennis tritt als Rapper unter dem Namen „Sittin’ Bull“ auf. Foto: Pawel Woszczak/Arne Schöning/dpa

Dafür nutzt Dennis Sonne soziale Medien wie Instagram und seine Musik. Er kann nämlich ziemlich gut rappen. Als „Sittin’ Bull“ hat er schon ein paar Alben aufgenommen. Außerdem macht er etwa Videos von seinen Reisen und zeigt dabei sein Leben als Rollstuhl-Fahrer.

Früher ging Dennis Sonne gerne Skateboarden und spielte Fußball. Doch vor mehr als 15 Jahren hatte er einen Unfall.

Ein einziger falscher Schritt im Dunkeln

Eines Abends traf er sich mit Freunden auf einer Dachterrasse. In der Dunkelheit machte er einen falschen Schritt und stürzte aus großer Höhe auf den Boden.

Sein Rücken wurde dabei so verletzt, dass er nicht mehr laufen konnte. „Klar war anfangs der Schock groß. Aber ich habe schnell gemerkt, dass ich riesiges Glück hatte und weiterhin ein unabhängiges und erfülltes Leben führen kann“, erinnert sich der 34-Jährige.

Dennis ist inzwischen verheiratet und fährt Auto

Inzwischen ist Dennis Sonne verheiratet. Er fährt Auto, hat viele Freunde und Hobbys. Seine größte Leidenschaft ist die Rap-Musik. Gegen die Langeweile in der Klinik begann er Texte zu schreiben. So entstand auch der erste Song. Erst schrieb und sang er nur für sich selbst. Nun bekommt Dennis Sonne auch Aufmerksamkeit für seine Musik.

Er bringt sogar anderen Menschen das Rappen bei und hat einen Song für die Aktion Mensch geschrieben. Das ist eine Organisation, die sich wie Dennis für die Rechte und Belange von Menschen mit Behinderung einsetzt.

„Ich habe irgendwann gemerkt, dass mir die Leute zuhören und diese Aufmerksamkeit will ich für etwas Sinnvolles nutzen“, sagt Dennis Sonne. Ein großes Anliegen ist für ihn Barriere-Freiheit. Das bedeutet, dass alles leicht und einfach für alle Menschen zugänglich ist. Denn Menschen mit Behinderung wird es in unserer Gesellschaft manchmal sehr schwergemacht.

Spontan mit dem Zug fahren geht nicht

Genau dabei stößt auch Dennis Sonne selbst an Grenzen. Spontan mit dem Zug in die nächste Stadt fahren geht nicht. Stattdessen muss er sich einen Tag vorher bei der Bahn anmelden. Dann kriegt er Unterstützung beim Aus- und Einsteigen. Auch in Bahnhöfen oder Kaufhäusern sind häufig die Aufzüge kaputt, sagt er. „Wenn mehr Menschen wissen, was das für einen Rollstuhlfahrer bedeutet, nehmen sie vielleicht mehr Rücksicht“, sagt Dennis.

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