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Erste Hilfe: Hände waschen!

22.03.2014, Von Almut Siefert aus Tacloban — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Christian Schuh arbeitet beim Roten Kreuz und hat den Menschen auf den Philippinen nach dem Sturm geholfen

Nach dem Taifun auf den Philippinen war es besonders wichtig, dass die Menschen nicht krank werden. Die Straßen waren zerstört - und damit auch der Weg zu einem Arzt versperrt.

Herr Schuh, der schlimme Wirbelsturm im November vergangenen Jahres hat auf den Philippinen viele Häuser zerstört. Auch viele Schulen. Sind die alle schon wieder aufgebaut?

Mitarbeiter vom Roten Kreuz zeigen den Kindern in Dulag, einem kleinen Ort auf der Insel Leyte, wie man sich richtig die Hände wäscht  Foto: DRK
Mitarbeiter vom Roten Kreuz zeigen den Kindern in Dulag, einem kleinen Ort auf der Insel Leyte, wie man sich richtig die Hände wäscht Foto: DRK

Viele Schulen wurden auf die Schnelle repariert. Über die kaputten Dächer zum Beispiel wurden Planen gespannt, damit es nicht rein regnet. Der richtige Wiederaufbau von Häusern und Schulen ist gerade in vollem Gange.

Werden die Kinder in den betroffenen Gebieten heute alle wieder unterrichtet?

Ich war in Dulag, einem kleinen Ort auf der Insel Leyte. Dort wurden sehr schnell Lösungen gefunden. In den Klassenräumen, die nicht ganz kaputt waren und noch benutzt werden konnten, wurde natürlich weiter unterrichtet. Allerdings in zwei Schichten. Wenn die Schule normalerweise von 8.30 Uhr bis 16 Uhr ging, kam jetzt eine Klasse von 8 Uhr bis 12 Uhr. Und die andere Klasse kam dann von 12 Uhr bis 16 Uhr. So wurden die Räume, die noch ganz waren, gut genutzt. Und jedes Kind kann so zumindest ein Kurzschuljahr machen. Heute, viereinhalb Monate nach dem schlimmen Sturm, hat eigentlich jedes Kind wieder die Möglichkeit, wenigstens ein paar Stunden am Tag in die Schule zu gehen.

Wie haben die Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz den Kindern nach dem Taifun noch geholfen?

Wir haben den Kindern und ihren Familien sauberes Wasser gebracht, Zelte und Planen, damit sie ihre Häuser wenigstens etwas reparieren können, und viele nützliche Sachen für die Hygiene: Zahnbürsten zum Beispiel. Und wir haben ihnen erklärt, was wichtig ist, wenn ein Sturm ein Land so zerstört hat. Das sind ganz einfache Dinge, an die man vielleicht gar nicht gleich denkt. Wie zum Beispiel den Müll in den Mülleimer zu werfen oder sich die Hände richtig zu waschen.

Warum ist das nach einer Katastrophe besonders wichtig?

Es sind ja durch den Sturm auch viele Straßen zerstört und der Weg zum Krankenhaus oder zu einer Arztpraxis ist damit oft sehr schwer. Wenn das Krankenhaus überhaupt noch steht. Gleichzeitig liegt mehr Müll und Schrott herum, und manche Menschen haben kein Haus und keine Toilette mehr und müssen im Freien ihr Geschäft erledigen. Das macht dann auch das Wasser schmutzig. Es kann einfach nicht mehr so viel getan werden, um alles sauber zu halten. So können sich Bakterien viel schneller ausbreiten.

Wenn man nicht aufpasst, wird man schnell krank, bekommt zum Beispiel Durchfall. Wenn man dann nicht zum Arzt gehen kann, kann das schnell gefährlich werden.

Den Müll richtig wegzuwerfen oder die Hände ordentlich zu waschen ist also eine Vorsorge, damit die Menschen gar nicht erst krank werden und zum Arzt müssen. Und damit sie sich nicht gegenseitig anstecken.

Richtig. Deshalb bringen wir den Erwachsenen und auch den Kindern dort bei, dass sie sich immer die Hände waschen müssen: Wenn sie draußen gespielt haben, wenn sie aus der Schule kommen, vor und nach dem Essen, und natürlich bevor und nachdem sie auf die Toilette gehen. Die Hände sollten immer sauber sein, wenn man sie an den Mund führt oder wenn man andere Menschen anfasst. Dann wird man selbst nicht krank und die Familie bleibt auch gesund.

Hat das denn geklappt? Oder wurden viele Menschen krank?

Manche haben trotzdem Durchfall bekommen oder Asthma oder Bronchitis. Das ist aber leider normal in dieser Region zu der Jahreszeit, in der der Taifun kam. Durch die schnelle Hilfe konnte aber zum Glück eine große Ausbreitung verhindert werden.

Warum muss man den Kindern dort überhaupt erklären, wie man sich die Hände wäscht und dass der Müll in den Mülleimer gehört? Wussten die das nicht vorher schon?

Doch, viele Kinder wussten schon, dass man sich die Hände waschen muss. Aber wenn es nur noch wenig Wasser gibt und wenig Plätze, an denen man sich die Hände waschen kann, muss man einfach noch einmal daran erinnern.

Wenn ich 500 Meter zu einem Mülleimer laufen müsste, dann könnte ich mich bestimmt auch dabei ertappen, wie ich den Müll nicht in den Mülleimer werfe.

Man muss dann den Kindern - und auch den Erwachsenen - einfach erklären, dass sie diesen weiteren Weg in Kauf nehmen müssen, weil sonst sie oder ihre Familie krank werden.

Haben die Kinder Ihnen gerne zugehört?

Die Kinder sind unglaublich stolz, wenn man sie ernst nimmt, wenn man sie beteiligt und ihnen sagt: Auch du kannst einen wichtigen Teil dazu beitragen, dass hier alles wieder gut wird.

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